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Domizil gekündigt : Keine Räume – kleine Kita in Not

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Den „Kleinen Nordstädtern“ wird ihr Domizil gekündigt – 28 Kinder und sechs Pädagoginnen sind betroffen.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Flensburg | In der Scheune tobt das pralle Leben. Kinder im Alter zwischen 15 Monaten und drei Jahren wuseln in den Räumen umher, während die „Großen“ der Naturgruppe eine Exkursion in den Kluesrieser Wald unternehmen. Eine ganz normale Betriebsamkeit, möchte man meinen. Doch am Horizont ziehen Wolken auf. Denn das Domizil der „Kleinen Nordstädter“ in der Querstraße wurde zum Sommer überraschend gekündigt. Die Stimmung also ist getrübt – auch wenn dies niemand groß zur Schau stellt.

Immerhin gibt es ein kleinen Hoffnungsschimmer. „Wir haben eine Option auf Fristverlängerung bis zum Juli 2016, wenn es ganz eng werden sollte“, sagt Anne Grasmück (39), eine von drei Heipädagoginnen, die neben zwei Erzieherinnen und einer sozialpädagogischen Assistentin in der Einrichtung arbeiten. „Allerdings haben wir das erst nach intensiven Gesprächen in Aussicht gestellt bekommen“, ergänzt René Janott (37) vom Vorstand des Trägervereins „Gemeinsam Wachsen“.

Mit einer Krippengruppe von zehn Kindern unter drei Jahren und der Naturgruppe (maximal 18 Kinder von drei bis sechs Jahren) handelt es sich um eine relativ kleine Kindertagesstätte. Aber mit einem besonderen Konzept. „Wir haben das Glück“, sagt Anne Grasmück, „auf einen hohen Betreuungsschlüssel zurückgreifen zu können.“ Insofern bleibe viel Zeit für das einzelne Kind. „Ich denke, wie leisten hier qualitativ hochwertige Arbeit mit dem Fokus auf den heilpädagogischen Aspekt.“

Das findet seinen Niederschlag auch darin, dass immer mehr Kinder den Weg zu den „Kleinen Nordstädtern“ finden, die nicht aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Dennoch ist es dem Verein wichtig, ein Haus oder eine Erdgeschosswohnung im Stadtteil Klues zu erwerben und es dann nach den individuellen Erfordernissen umzubauen. „Bislang hat sich noch nichts ergeben“, bedauert René Janott. Man habe zwar ein optimal gelegenes Grundstück gefunden. „Leider aber gibt es dafür keinen Bebauungsplan.“ Es gibt Menge zu bedenken: So sollte der Gruppenraum für die Krippenkinder mindestens 35 Quadratmeter groß sein, der Schlafraum zehn Quadratmeter; ein Mitarbeiterzimmer ist genauso vonnöten, wie ein Wasch- und Wickelraum. Der Garten sollte über mindestens 200 Quadratmeter verfügen. „Und dann sind da ja noch die aktuellen Brandschutzbestimmungen“, sagt Anne Grasmück. Die wären nicht nur unter einem neuen Dach zu berücksichtigen. Sollte eine Verlängerung in der Scheune möglich sein, müsste man in diesem Punkt noch einmal nachbessern.

In der Querstraße 5 ist die Kita seit dem Sommer 2010 untergebracht. „Eigentlich“, sagt Anne Grasmück und blickt um sich, „verfügen wir hier über beste Bedingungen.“ Nun hoffen Kinder, Eltern und Pädagoginnen gleichermaßen, schnellstmöglich ein neues Zuhause zu finden. „In dem wir“, wünscht sich die Heilpädagogin, „auch langfristig bleiben können.“

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