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Bürgerfrust in Flensburg : Keine Einigung in Tarups Mitte

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nachbarn lehnen auch die geänderte Planung für das Wohnbauprojekt auf dem ehemaligen Supermarkt-Grundstück ab

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 11:16 Uhr

Für das frühere Supermarkt-Grundstück in Tarup gibt es eine neue Planung – aber immer noch keine Einigung zwischen Investor und Anliegern. Wie berichtet, will der Unternehmer Martin Aye („Carebyphone“) auf dem Areal an der Ecke Taruper Hauptstraße / Norderlück ein mehrstöckiges Wohngebäude errichten. Dagegen wandten sich vor allem die Bewohner von sechs Reihenhäusern direkt nebenan.

Im Herbst vergangenen Jahres hat Aye zusammen mit dem Architekten Christoph Holt (Holt & Nicolaisen) die Pläne überarbeitet. Das Gebäude ist jetzt ein Meter weiter weg von der Grundstücksgrenze, und das ursprünglich geplante Staffelgeschoss wurde weggenommen. Zudem wird das Gebäude an der den Reihenhäusern zugewandten Seite mit Laubengängen erschlossen; das heißt, dass es auf dieser Seite keine Wohnräume mit Fenstern gibt, aus denen man in die Gärten der Reihenhäuser schauen kann.

In der neuen Planung ist aus dem früheren Winkelgebäude ein Haus in Form eines nach Westen geöffneten Hufeisens geworden. Auf diese Weise kann die Wohnfläche vergrößert werden, dafür bleibt aber kein Platz mehr für Parkplätze. Folge: Aye und Holt planen eine Tiefgarage. Die neuen Pläne stellte Aye den betroffenen Anliegern im Herbst letzten Jahres vor. Doch deren Segen bekam er dafür nicht.

„Weil wir hier auf eine Wand gucken!“, sagt einer der Reihenhaus-Bewohner zur Begründung. Die neuen Pläne würde ihnen 30 Zentimeter mehr Licht bringen, das sei zu wenig. Ein Nachbar betont, dass man überhaupt nichts gegen die Bebauung habe, ja sie sogar wünsche, weil das frühere Supermarkt-Gelände immer mehr verfalle. „Doch es muss mit Augenmaß geschehen.“ Zudem wachse das Gebäude zur Straße Norderlück hin, so dass die Häuser 82 und 84 stärker beeinträchtigt seien. Durch die Vierstöckigkeit an der Straße werde das immer noch dörfliche Ortsbild Tarups stark beeinträchtigt; ganz in der Nähe gebe es noch niedrige Reetdach-Häuser. Durch die Ausweitung der Wohnfläche entstünden mehr Wohnungen, und die Bewohner müssten mit ihren Autos das Grundstück erreichen und verlassen. Doch schon heute sei die Verkehrsbelastung hier hoch.

Martin Aye weist darauf hin, dass er für die alte Planung bereits Baurecht habe und sie umsetzen könne. Die Stadt hat die Pläne nach Paragraph 34 Baugesetzbuch genehmigt; danach muss ein Vorhaben genehmigt werden, wenn es keinen Bebauungsplan gibt und es sich nach Art und Größe in die Umgebung einfügt. Ob das hier der Fall ist – daran scheiden sich wie in letzter Zeit sehr häufig in Flensburg die Geister. Die Stadt sagt, es fügt sich ein. Für die „Norderlücker“ indes steht fest, dass es das nicht tut – weder die alte noch die neue Planung.

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