Bauarbeiten am Kielseng : Keine Chance für Express-Radweg

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2,4 Millionen Euro kosten die Bauarbeiten am Kielseng – und am Ende wird dort alles so sein wie vorher. Die Autofahrer werden aufatmen, während die Radfahrer weiterhin den Küstenradweg nutzen werden.

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02. April 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Im November 2013 begannen im Rathaus die Überlegungen, ob nach Beendigung der Dauerbaustelle Kielseng nicht statt wie vorher vier nur noch zwei Spuren gebaut werden sollten. Im Mai 2014 machte die Politik mit einem Prüfauftrag Ernst, um in dieser Woche, am 31. März, quasi „April, April!“ zu rufen: Wenn die Bauarbeiten denn irgendwann wirklich beendet sein sollten, wird alles wieder so hergestellt wie es vorher war.

Die Autofahrer werden aufatmen, während die Radfahrer weiterhin den Küstenradweg nutzen werden. Noch einmal wurden am Dienstag die Argumente ausgetauscht. Dabei spielten vor allem die Kosten eine Rolle: Die Wiederherstellung des Status Quo kostet 2,4 Millionen Euro, eine Lösung mit vier Spuren, von denen zwei als Bus- und Fahrradspur abgetrennt sind, 2,7 Millionen.

Während SPD, Grüne und Linke zu ihrer Initiative von Mai 2014 standen, schwenkte die CDU auf den Kurs der Status-Quo-Bewahrer um. Vor knapp einem Jahr hatte sie noch den Antrag unterstützt, eine mögliche Zweispurigkeit zu prüfen. Obwohl die Gutachter vorgerechnet haben, dass zwei Spuren für den zu erwartenden Verkehr reichen würden, wollte eine knappe Mehrheit von 7 zu 5 im Umwelt- und Planungsausschuss lieber alles so belassen, wie es ist.

Damit wird nichts aus einem Express-Fahrradweg, für den sich am Ende nur noch SPD, Grüne und Linke stark machten. „Wir müssen den Radverkehr beschleunigen“, betonte Florian Matz (SPD), Arndt Scherdien (Grüne) beklagte die „Mutlosigkeit“ des Ausschusses. Kay Richert (FDP) hingegen sagte, „die Funktionsgüte für den Straßenverkehr“ dürfe nicht abgesenkt werden, zudem werde ein Fuß- und Radweg in der vorgeschlagenen Breite nicht benötigt. Lieber solle man den Küstenradweg ausbauen. Mit dem Beschluss werde die ungeklärte Lösung endlich beendet, so Ron Jeromin (CDU). Mehrausgaben seien nicht gewünscht.

Beschlossen wurde auch, den Straßenzug Ballastbrücke/ Kielseng in zwei Abschnitte einzuteilen und zunächst nur den nördlichen ab Harnishof zu bauen. Mit dem südlichen ab Nordstraße werde man warten, bis feststeht, wie sich das Hafen-Ostufer im Bereich der Silos entwickelt.

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