Abriss : Keine Chance für altes Eckhaus

Zum Abriss freigegeben: Das gelbe Eckhaus am Herrenstall ist nicht zu retten, soll aber originalgetreu wieder aufgebaut werden.
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Zum Abriss freigegeben: Das gelbe Eckhaus am Herrenstall ist nicht zu retten, soll aber originalgetreu wieder aufgebaut werden.

Das Gebäude Schiffbrücke Nr. 36 soll im Original wieder aufgebaut werden. Wichtige Planungsschritte für das Hotelprojekt am Rathausplatz.

shz.de von
08. Januar 2015, 14:30 Uhr

Die Schiffbrücke 36 ist nicht zu halten. Entgegen der ursprünglichen Planung kann das Eckhaus Schiffbrücke/Herrenstall nun doch nicht erhalten und in das geplante Hotel integriert werden. Stattdessen muss es abgerissen werden. Es soll allerdings anschließend komplett original wieder aufgebaut werden, wie die Architektin Hanna Gloyer (Asmussen & Partner) im Umwelt- und Planungsausschuss versicherte.

Damit bleiben neben dem großen Haus des früheren „Kayser’s Hof“ – Schiffbrücke 32, einst „Sunny“ – nur noch das Fachwerkhaus Schiffbrücke 35, am Herrenstall die Nummer 8 (früher Gaststätte „Columbus“) und direkt daneben der Neubau aus den 90er Jahren erhalten; letzterer wird in Stadthäuser umgewandelt. Planungschef Peter Schroeders wies darauf hin, dass selbst der städtische Denkmalpfleger Eiko Wenzel bestätigt habe, dass das Eckhaus aus dem 18. Jahrhundert nicht mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand zu halten sei. Es werde Stück für Stück abgetragen; man werde versuchen, zumindest das Erdgeschoss zu erhalten, erläuterte die Architektin.

Seit einigen Monaten wird an der Schiffbrücke zwischen Herrenstall und Oluf-Samson-Gang abgerissen und gebaut. Bis 2016 soll hier ein kleines Stadt- und Hafenhotel entstehen, für das auch schon ein Betreiber gefunden wurde, der auf Sylt als Hotelier aktiv ist. Im rückwärtigen Bereich des Gesamtkomplexes planen die Flensburger Investoren weitere Hotel-Zimmer, Mietwohnungen und die genannten Stadthäuser. Der Planungsausschuss stimmte der notwendigen Änderung des Bebauungsplans und damit dem Abriss des Hauses Nr. 36 (zuletzt „Move“) zu.

Gleich zwei Hürden nahm in derselben Ausschusssitzung ein weiteres Hotelprojekt: Die Pläne für das von Gerd Theilen geplante Hotel am Rathausplatz können jetzt öffentlich ausgelegt werden, weil in der Bürgeranhörung „nichts Widersprüchliches formuliert worden“ sei, wie Planungschef Peter Schroeders den Ausschuss wissen ließ. Der Bebauungsplan wird aufgehoben, das Projekt soll dann im Zuge eines „schlanken Verfahrens“ genehmigt werden.

Noch wichtiger war jedoch die Mitteilung von Michael Draeger, Chef des Fachbereichs Vermögen, der für den Verkauf des Grundstücks an Theilen zuständig ist. Die Fraktionen von WiF und Die Linke hatten die Kommunalaufsicht angerufen, weil sie eine Bevorteilung des Hotel-Investors durch einen zu niedrigen Grundstückspreis witterten. Die Kommunalaufsicht habe jedoch das Vorgehen der Stadt voll und ganz bestätigt, sagte Draeger.

Befürchtungen von Ausschussmitgliedern, dass auf frei bleibenden Teilen des Grundstücks irgendwann etwas gebaut werden könnte, was die Stadt nicht wollte, konnte Schroeders entkräften: Man werde im Kaufvertrag festlegen, dass auf den Flächen nur das gebaut werden darf, was die Stadt in ihrer Planung wünscht.

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