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Flensburger Tageblatt

23. November 2017 | 12:31 Uhr

Grosssolt : Kein Neubaugebiet auf Waldgelände

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Entscheidung der Landesplanung in Großsolt wurde mit Beifall aufgenommen. Die Gemeinde sucht nun nach anderen Grundstücken.

Das Wäldchen am Großsolter Grühbogen ist gerettet, es wird keinem Neubaugebiet weichen. Mit anhaltendem Applaus begrüßten die Grundstücksnachbarn diese Entscheidung der Landesplanungsbehörde und der Kommune. Rund ein Dutzend Anwohner war zur Sitzung der Gemeindevertretung gekommen, um über den neusten Stand dieses Vorhabens informiert zu werden. Sie hatten sich in den vergangenen Monaten vehement für die Erhaltung eines rund ein Hektar großen Gehölzes eingesetzt. Dieses erstreckt sich zwischen den drei bebauten Straßenzügen Blumenweg, Grühbogen und Amtsweg sowie einem Acker.

Eine ideale Fläche zur Ausweisung eines Neubaugebietes, befand nicht nur die Eigentümerin des Haines. Bauwillige möchten sich dort ansiedeln. Sie sind auf der Suche nach Baugrund, denn innerhalb des Ortes ist aktuell kein Neubaugebiet in Sicht. Hintergrund ist die Forderung der Planungsbehörde zur Abrundung vorhandener innerörtlicher Siedlungen. Bürgermeister Wilfried Surrey erklärt: „Die Gemeinde darf Dutzende von Wohnungen schaffen. Aber es gibt kaum Flächen für eine Erweiterung.“

Die Eigentümerin des baumbestandenen Grundstücks wusste um die Suche nach Baugrund, wandte sich an die Gemeinde und an die zuständigen Behörden, beauftragte erste Gutachten. Dann erfolgte eine Planungsanzeige bei der Landesplanungsbehörde. Diese prüft, ob Flächen für die bauliche Entwicklung einer Kommune geeignet sind. Ihr positives Urteil ist die Voraussetzung für den langen sich dann anschließenden Verfahrensweg.

Auch die Waldschützer vom Grühbogen warteten seit Monaten gespannt auf die Reaktion aus Kiel. Die Landesplanungsbehörde entschied sich nun gegen eine Fortsetzung der Bauleitplanung. „Es soll mit dem Grühbogen kein Außenbereich vergrößert werden, planerisches Ziel ist eine Stärkung des Ortskernes“, erläutert Bürgermeister Surrey den Bescheid aus Kiel. Während der Bescheid von den Waldschützern gefeiert wurde, erläuterte der Bürgermeister die weitere Vorgehensweise der Gemeinden: „Damit hat Großsolt jetzt handfeste Argumente, an Eigentümer siedlungsnaher Flächen heranzutreten und sie um ihr potenzielles Bauland zu bitten.“

Die Nachbarschaft am Grühbogen ist glücklich. „Ich freue mich von ganzem Herzen, dass der Wald erhalten bleibt“, freut sich Elli Juhl, „dem Klimaschutz an diesem Standort wird mehr Bedeutung eingeräumt als anderen Interessen. „Wir haben frühzeitig alle Möglichkeiten genutzt, uns zu informieren und unseren Widerstand bekannt zu machen.“ Juhl und ihre Mitstreiterinnen knüpften Kontakte zu Naturschutzverbänden der Region und zu Behörden.

Kristin Fitzner demonstrierte mit der Bürgerinitiative „Schönes Angeln“ auch gegen die Rodung des Preesterholts in Gintoft. Sie ist sich sicher, dass da ein Zusammenhang besteht „Unser Wald wurde auch von den Behörden gerettet. Der Gintofter Protest ließ ihre Alarmglocken klingeln, sie wollten keinen zweiten Fall in Angeln. Deshalb stoppten sie jegliches Ansinnen auf eine weitere Waldvernichtung sofort.“

Aus Freude und Dankbarkeit für diesen Beschluss planen die Bewohnerinnen des Grühbogens ein Fest, das mit allen Nachbarn und Unterstützern ihres Widerstands gefeiert wird. Draußen, mit Blick auf den geretteten Baumbestand.



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