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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 17:52 Uhr

Meyn : Kein Lärmschutz für Reh und Eule

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Meyn beschäftigt sich mit dem Lärmaktionsplan. Dem Breitband-Zweckverband erteilt die Gemeinde eine Absage und verfolgt den Ausbau in Eigenregie.

„Wir liegen nicht im Dunstkreis der B  199“, bemerkte Bürgermeister Bernd Henkel angesichts der EU-Verpflichtung, für die Gemeinde einen Lärmaktionsplan erstellen zu müssen. Hintergrund: Drei Hektar Waldgebiet, weitab jeglicher Wohnbebauung, liegen in der Nähe der Bundesstraße und sind dem Straßenlärm ausgesetzt. Deshalb weist der Lärmaktionsplan aus, dass weder Wohnungen noch Personen betroffen sind. Folgerichtig stellte die Gemeindevertretung fest, dass sie keine verbesserungswürdigen Maßnahmen zum Lärmschutz plane. Laut Umgebungslärmrichtlinie der EU muss dieser Plan mittelfristig aktualisiert werden.

Auch in Meyn beschäftigte man sich mit der zukünftigen Versorgung mit schnellem Internet. Unterversorgt ist nur der Außenbereich mit 44 Haushalten. Da bei vielen baulichen Maßnahmen der Vergangenheit vorsorglich Leerrohre für Glasfaser mit verlegt wurden und diverse Glasfaserleitungen in und um die Gemeinde verlaufen, wird man den Breitbandausbau in die eigenen Hände nehmen. Dazu wurde für 4820 Euro ein Beratervertrag vergeben, der von der Interessenerkundung bis zur Dokumentation der abgeschlossenen Maßnahme eine komplette Begleitung vorsieht. Entsprechend wurde dem angedachten Zweckverband auf Amtsebene eine Absage erteilt.

„Unsere Gemeinde ziert ein schöner Baumbestand“, stellte der Bürgermeister fest. Da in der Dorfstraße und im Neubaugebiet einige erkrankte Kastanien entfernt werden mussten, soll nun Ersatz geschaffen werden. Die Vertretung beschloss, für 2284 Euro sechs Stieleichen pflanzen zu lassen. Die alten Kastanienstümpfe werden gefräst.

Die Entschädigungssatzung der Gemeinde wurde nachgebessert. Ausschussvorsitzende erhalten zukünftig für jede von ihnen geführte Sitzung das doppelte Sitzungsgeld. Für die Gemeinde Meyn ist festzustellen, dass es dort wenige offizielle Sitzungen gibt, die Vertreter aber zu sehr vielen kostenneutralen Arbeitssitzungen zusammenkommen. Mit einer weiteren Änderung entsprach man einer Empfehlung der Kommunalaufsicht: Ein stellvertretender Bürgermeister erhält im Falle seines Einsatzes nur noch die Hälfte der Aufwandsentschädigung, die für den Bürgermeister vorgesehen ist.

Kopfschmerzen bereitet die Situation an der Kreuzung K  79  /  L  14. Von Kleinwiehe oder umgekehrt von Handewitt kommend können Autofahrer dort mit hoher Geschwindigkeit eine abkürzende „sanfte“ Kurve nutzen und beschwören so gefährliche Situationen herauf. Da man gerade in diesem Bereich weiteren schweren Unfällen vorbeugen möchte, wird man mit der Straßenverkehrsbehörde mögliche Lösungen erörtern.

In seinem Bericht erläuterte Henkel, dass die Umlagen für die Gemeinschaftsschule Schafflund für dieses Jahr mit 750  000 Euro und für die Kindergärten mit etwa 800  000 Euro ein neues Hoch erreichen werden und die Anteile der Gemeinde Meyn entsprechend steigen. Im Fall der Schule sei dies besonderen Maßnahmen und bei den Kindertagesstätten erhöhten Personalkosten geschuldet, die auch durch die Erweiterung des Angebots wie den Waldkindergarten zustande kommen.

Erfreuliches konnte noch der stellvertretende Bürgermeister Rüdiger Glaubitz berichten: Nachdem die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung nun abgeschlossen ist, zeichnet sich ab, dass der bisherige Stromverbrauch von etwa 7000 Kilowattstunden voraussichtlich um mehr als 60 Prozent reduziert werden kann. Zudem hat es in den letzten zwei Jahren keinen Ausfall an Leuchtmitteln gegeben.

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