Flensburg Fjord Tourismus : Kein Fischmarkt und kein Flohmarkt mehr

Ein Bild aus besseren Tagen: Beim Fischmarkt gab es nicht nur Fisch, sondern auch Obst und Gemüse, Kaffee und Kuchen, großer Andrang  und gute Laune.
Beim Fischmarkt gibt es nicht nur Fisch, sondern auch Obst und Gemüse, Kaffee und Kuchen, großen Andrang und gute Laune.

Flensburg Fjord Tourismus stellt die Veranstaltung der beiden beliebten Märkte ein – ein Nachfolger wird gesucht.

shz.de von
31. März 2014, 07:00 Uhr

Flensburg | Bummeln und stöbern, knabbern und schnacken, gucken und kaufen: Der Flohmarkt auf dem Südermarkt, seit eh und je am ersten und dritten Donnerstag im Monat, gehört in Flensburg zum festen Terminkalender. Seit einigen Jahren bereichert der Flensburger Fischmarkt acht Mal im Jahr das touristische Angebot am Hafen. Hier wechseln sich kulinarische und handwerkliche Angebote ab, es herrscht maritimes Flair, regelmäßig bieten auch Flensburger Fischer ihre Fänge direkt über die Bordkante an.

Doch in diesem Jahr gab es bisher weder Fisch- noch Flohmarkt. Der Südermarkt bleibt donnerstags leer, am Hafen ist an jedem ersten Sonntag im Monat nichts los. Was ist passiert? Hat das Ordnungsamt zugeschlagen? Die Feuerwehr? Gab es Sicherheitsbedenken oder Hygieneprobleme? Alles falsch: Die Flensburger Tourismus-Gesellschaft „Flensburg Fjord Tourismus“ (FFT), die beide Märkte seit 2009 organisiert hat, will nicht mehr. Sie hat beide Veranstaltungen abgegeben, weil sie sich künftig auf ihre Kernaufgabe, das Tourismusmarketing, konzentrieren will.

Während der Flohmarkt auf dem Südermarkt wohl eher ein Angebot für die Flensburger ist, richtet sich der Fischmarkt auch an Urlauber. Wird mit der Aufgabe nicht das touristische Angebot geschwächt? „Darüber kann man sicher diskutieren“, sagt Thomas Dethleffsen, CDU-Ratsherr und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von FFT. Dennoch rechtfertigt er die Aufgabe, die die Gremien der Tourismus-Gesellschaft beschlossen haben. „Das Organisieren dieser Märkte ist mit relativ viel Aufwand verbunden“, gibt er zu bedenken. Und: „Wir haben haushalterische Herausforderungen vor uns.“ Aus kaufmännischer Sicht habe das Veranstalten dieser Märkte FFT nichts gebracht. „Es muss ja nicht alles von FFT gemacht werden“, so Dethleffsen, der wie Geschäftsführerin Finja Fröhlich hofft, dass sich ein anderer Veranstalter findet.

„Bewerber gibt es“, bestätigt Ralf Leese, Sprecher des Technischen Betriebszentrums (TBZ), das die Flächen für die Märkte zur Verfügung stellt, sich aber nicht als Veranstalter von Märkten sieht. Es gebe einige Standbetreiber, die sich vorstellen können, als „Generalunternehmer“ die Märkte zu veranstalten. Mittlerweile ist die Markt-Lücke zu einem Politikum geworden: Am 12. März hat sich der Verwaltungsrat des TBZ mit dem Thema befasst, jetzt sei sogar der Hauptausschuss dran, so Leese. Am 6. und am 20. März seien Marktbeschicker auf den Südermarkt gekommen, hätten ihre Stände aufgebaut und sich gewundert, dass niemand zum Kassieren kam. Die hatten schlicht nicht gewusst, dass es 2014 keinen Flohmarkt mehr gibt – bislang.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen