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Flensburger Tageblatt

24. November 2017 | 01:23 Uhr

Kein Brandschutz in der Campus-Schule

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Im zweiten Obergeschoss erlebten der Bildungsausschuss und die möglichen Nutzer von Paulus-Paulsen-Schule und VHS böse Überraschungen.

Die Bildungspolitiker, die vor Beginn der Ausschusssitzung Zeit für den Rundgang durch die Schule am Campus hatten, erlebten eine Überraschung: Bei der Führung mit Schulleiter Gerhard Fenger wurden teilweise dramatische bauliche Mängel deutlich – sowie gar nicht mehr geduldete Defizite beim Brandschutz. Am gravierendsten: An sechs Notausstiegen gibt es gar keine Leitern, so dass der vom Brandschutz verlangte zweite Fluchtweg nur durch einen beherzten Sprung aus gut fünf Metern Höhe begehbar ist. Nirgendwo hier findet sich eine Feuerleiter – oder wenigstens eine stationäre ausziehbare Leiter, die jemand von außen anstellen könnte, beklagte Fenger vor sichtlich betroffenen Ausschussmitgliedern.


Strenge Gerüche aus dem Keller verursachen Kopfschmerzen


 

„Wir legen überall so viel Wert auf Brandschutz, und hier fehlt eine Leiter!“, beklagte ein Rundgangteilnehmer. Sönke Wisnewski (SSW) fragte, ob einfach vergessen worden sei, die Leiter dazu zu stellen. „Vergessen kann man nicht sagen“, musste Ralf Ebelt einräumen, Leiter der Hochbauabteilung der Stadt: „Dieses Hauptgebäude mit dieser Fluchtsituation ist ein Problem.“ Die Schule sei bautechnisch auf dem Stand von 2003 abgenommen und schon damals mit Blick auf den Brandschutz „nur geduldet“ gewesen. Mit der Novelle der Bauordnung von 2009 sei „der Brandschutz als nicht mehr gegeben“ anzusehen. „Das Problem mit dem Notausstieg ist mir in letzter Konsequenz nicht klar gewesen“, sagt selbst Volker Masuhr, Chef der Paulus-Paulsen-Schule, der die Schule schon besichtigt hat.

Hier sollen nach dem Sommer rund 40 Kinder mit hohem Förderbedarf zwischen elf und 17 Jahren einziehen. Weshalb Masuhr folgende Feststellung wichtig ist: „Die Schwächsten der Gesellschaft, um die wir uns kümmern, haben frische Räumlichkeiten verdient.“ Zum Beispiel musste an der Campus-Schule der Schulsozialarbeiter-Raum geschlossen werden, weil Mitarbeiter durch die strengen Gerüche im Keller Kopfschmerzen bekamen. Man muss hier nicht lange suchen, um hinter Regalen auf bröckelnden Putz zu stoßen. Auch das Dach im Flur des Hauptgebäudes weist Wasserflecken auf und bröckelt. Im Durchgang zur Küche dringen rostrote Flecken aus der Zuleitung. „So sollte ich zusätzliche Schüler bekommen! Da ist jede Mutter schnell weg“, schimpfte Fenger – eine Einschätzung, die Birte Lehmpfuhl fast wortgleich formulierte.

Klar wurde nicht nur mit Blick auf die zahlreichen Treppen: Kinder der Friholtschule können hier unmöglich zur Schule gehen. Eine Option ist nun die Volkshochschule für den Mensatrakt, weitere Räume im B-Gebäude und die Lernwerkstätten. Auch dafür müsste natürlich saniert werden. Oder wie Masuhr formulierte: „Der Raum ist auch ein Pädagoge.“

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