Verkehrsführung : Kauslund: 20 Autos pro Minute

Dichter Verkehr am Kauslunder Weg: Die Anwohner Wolfgang und Kirsten Hoffmann sowie Jürgen Mahrt sind genervt. Foto: borm
Dichter Verkehr am Kauslunder Weg: Die Anwohner Wolfgang und Kirsten Hoffmann sowie Jürgen Mahrt sind genervt. Foto: borm

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02. November 2010, 06:55 Uhr

Flensburg | Stop-and-Go-Verkehr in Kauslund: Staus, Schlangen und übersportliche Fahrer treffen im Kauslunder Weg auf entsetzte Anwohner. Die Parallelverbindung zur derzeit gesperrten Nordstraße wird zur viel befahrenen Ausweichstrecke.

Hier gibt es keinen Radweg, teilweise auf keinen Fußweg, stattdessen Schikanen zur Tempodrosselung. Normalerweise kann man hier in Ruhe flanieren, joggen, radeln oder den Hund ausführen. Jetzt jedoch sind die Anwohner schwer genervt: Finger gehen in die Höhe, Fäuste sind zu sehen. Der Kauslunder Weg steht seit einer Woche hoch im Kurs bei vielen eiligen Autofahrern, die in Richtung Glücksburg, Wees und Angeln fahren wollen, da die B 199 hinter der Kreuzung Osterallee-Mürwik wegen der Asphaltierungsarbeiten beidseitig gesperrt ist.

Die Anwohner im Kauslunder Weg wie Wolfgang und Kirsten Hoffmann zählen zur Zeit bis zu 20 Fahrzeugen in einer Minute, die an ihrem Haus vorbeibrausen: Sie sind aufgebracht. Nicht nur Privatfahrzeuge, auch große Lkw und Busse nutzen die Parallelstrecke zur B 199. Eine verkehrsberuhigte Straße, nahe am Naturschutzgebiet zwischen Weiden und Ackerflächen, in direkter Nähe des Neubaugebietes Kauslund-Osterfeld, wurde urplötzlich zur wichtigen Ostanbindung.

"Anwohner wurden sogar schon am Ärmel von Fahrzeugen gestreift", berichten die beiden. "Im Sekundentakt fahren die Autos mehr oder weniger tempogerecht hier entlang", schimpft Kirsten Hoffmann.

Natürlich können die Anwohner das Verhalten und die Suche nach Kurzstrecken verstehen, doch mit dem Nutzlastverkehr und dem erhöhten Tempo wurde es allmählich wirklich gefährlich, sagen die Anwohner. Dabei war die komplette Schließung für den Privatverkehr schon fast vor zwei Jahren dank einer Unterschriftensammlung perfekt gewesen, doch es folgte nur die Verkehrsberuhigung.

Auch Jürgen Mahrt, seit Jahrzehnten Anwohner am Kauslunder Weg, würde sich über eine "Anlieger frei"-Lösung freuen, die nun wieder aktuell werden könnte. Nun, während der Baustelle an der Nordstraße, ist hier die ländliche Idylle gelaufen und eine Situation wie in den 70er Jahren wieder vorhanden.

Die Behörden haben die Beschwerden der Bewohner aufgenommen und auch schon mal den einen oder anderen Mitarbeiter der Verkehrsüberwachung samt Blitzer vorbeigeschickt, quasi als Abschreckung. Bis Ende der Woche sollen die Bauarbeiten an der Nordstraße weitergehen, bis dahin wird die selbst entwickelte Schnellstraße im Kauslunder Weg wohl noch bleiben.

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