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An der Exe : Kastanienweg: Wenn der Müll einfach liegen bleibt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fataler Engpass für Fahrzeuge der Entsorgungsfirma Veolia durch zusätzliche Ausweisung von Parkflächen

Susann Weber kann es nicht mehr mit ansehen. Wochenlang schon wird der Plastikmüll vor ihrer Haustür nicht abgeholt. Der Grund ist einleuchtend: Die großen Fahrzeuge des Entsorgers können nicht mehr in den unmittelbar an der Exe gelegenen Kastanienweg einbiegen, weil parkende Autos die Einfahrt blockieren. Und das ganz legal – die Verkehrsbehörde hat unlängst zusätzliche Parkflächen ausgewiesen. Als jetzt die ersten Ratten um die überquellenden Müllcontainer kreisten, war für Susann Weber das Maß voll.

Dabei hatte die Behörde es nur gut gemeint. Zwar haben Anwohner rund um den Großparkplatz Exe keine Probleme damit, wo sie ihr Auto abstellen können. Aber bei Großveranstaltungen wie Jahrmarkt oder Zirkus wird es eng auf der Friesischen Höhe. „Aus diesem Grund haben wir im Zuge von Markierungsarbeiten einige neue Parkplätze an der Katharinenstraße in Höhe Kastanienweg eingerichtet“, erläutert Helge Nissen, Leiter der Verkehrsbehörde. Der ehemalige, wie Nissen betont, „zudem ungenutzte“ Fußweg wurde flugs zur Parkfläche erklärt.

Doch diese Maßnahme hat sich offensichtlich als Fehlgriff erwiesen. Erste Beschwerden über ausbleibende Müllentsorgung gingen Anfang August im Rathaus ein. Auch der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) als zuständiger Wohnungsverwalter wurde eingeschaltet. Denn die Fahrzeuge des Veolia Umweltservice, die für die Leerung der gelben Tonnen zuständig sind, konnten aufgrund der parkenden Fahrzeuge nicht mehr, wie üblich, rückwärts von der Katharinenstraße in die Sackgasse Kastanienweg einbiegen. Als es bei einem Rangiermanöver den ersten Blechschaden gab, weigerten sich die Fahrer, die Container weiterhin zu leeren. Susann Weber denkt weiter: „Was ist, wenn Feuerwehr oder Notarztwagen hier einen Einsatz haben? Nicht auszudenken . . .“

Ein Sprecher des SBV konnte ihr lediglich berichten, dass eine Rücksprache bei der Verkehrsbehörde im Technischen Betriebszentrum „bisher nicht zu dem Ergebnis geführt hat, einen Teil der Fläche als Parkverbotsfläche auszuweisen“.

Susann Weber sprach daraufhin die Behörde wegen des „unzumutbaren Müll-Problems“ direkt an. Sie schickte Fotos der angemahnten Situation und schreibt: „Ich kann nur sagen, dass da einer bei der Stadt nicht richtig überlegt hat und seine Arbeit dringend überdenken sollte.“

Helge Nissen hat sich diesen Ratschlag zu Herzen genommen. Gestern veranlasste er als „Sofortmaßnahme“, dass vier der neu ausgewiesenen Parkplätze gegenüber dem Kastanienweg gesperrt werden. „In Gesprächen mit Veolia wollen wir in der nächsten Woche eine dauerhafte Lösung herbeiführen“, betonte er gegenüber dem Tageblatt.

Das scheint auch dringend angebracht. Denn als gestern um 11.30 Uhr die Müllfahrzeuge des Umweltservice erneut vorfuhren, um die gelben Tonnen zu leeren, waren die frisch aufgestellten Halteverbotsschilder schlicht ignoriert worden. „Reinfahren in die Straße ist nicht möglich“, bedauert ein Veolia-Disponent. „Die Säcke, die neben den Behältern lagen, haben wir mitgenommen.“ Immerhin.



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