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Steinbergkirche : Kartoffelernte im Wandel der Zeit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Am Wochenende trafen sich die Mitglieder des Querner Oldtimer-Clubs.

Steinbergkirche | Die Faszination alter Fahrzeuge und Gerätschaften ist groß und die Anziehungskraft des Oldtimertreffens vor der Kulisse der Ostsee an der Habernisser Au in Neukirchen ungebrochen. Auch das gestrige Stelldichein, organisiert von dem seit 1982 bestehenden Oldi-Club Quern, erwies sich erneut als Besuchermagnet – viele Hundert Besucher aus ganz Schleswig-Holstein waren gekommen und begeistert von dieser Schau an der Ostsee.

Großes Interesse bei alledem erregte die Sonderausstellung „Rund um die Kartoffel“. Und da hatten der stellvertretende Club-Vorsitzende Thorsten Nielsen aus Satrup und Schriftführer Jan-Philip Gregoreck aus Langballig angesichts der Kartoffel-Gerätschaften viel zu erzählen. Die hatte der Oldiclub vor einem Jahr von Reinhard und Margret Rehder aus Kleinwiehe, die ihr dortiges Museum auflösten, erhalten. Die Gerätschaften haben im Museum des Clubs in Großquern ihren Platz gefunden. Sie wurden gestern erstmals öffentlich präsentiert. Klar, dass das Ehepaar extra nach Neukirchen gekommen waren. Dabei zu sein, das war ihnen eine Herzensangelegenheit.

Das Pflanzen, die Pflege und schließlich die Ernte – darum ging es bei der Ausstellung rund um die Kartoffel, die 2003 zum Gemüse des Jahres gekürt worden war. Nach Deutschland kam die „Erdknolle“ 1560 – von den Kanarischen Inseln über Italien. Der Kartoffelanbau in Deutschland begann 1748 im Braunschweiger Land. 2013 belief sich die deutsche Anbaufläche auf 242  800 Hektar mit einem Ertrag von knapp 400 Tonnen pro Hektar. Allerdings ist der Pro-Kopf-Verbrauch stark rückläufig. Lag dieser 1950 noch bei 186, waren es 2013 nur noch 58 Kilogramm. Diese Veränderungen machten, so Nielsen, auch vor dem Kartoffelanbau nicht Halt. Längst haben Pflanzmaschinen den „Per-Hand“-Anbau abgelöst.

Zur Pflege gehört das „Hüpen“ (Anhäufeln) ebenso wie das Freihalten von Unkraut. Dass Frühkartoffeln aus Deutschland bereits um diese Jahreszeit zu haben sind, ist den Folien zu verdanken. Unter ihnen wird eine feuchte Bodentemperatur von acht Grad gehalten.

Das personalintensive Hacken und Roden ist längst von modernen Geräten abgelöst worden. Dazu gehört eine Vollerntemaschine, die gestern auch in Neukirchen zu sehen war. Mit dieser werden die Kartoffeln nicht nur aus der Erde aufgenommen, sondern auch gleich von Steinen und Erde befreit und dann auch noch gewaschen. Wofür einst viele Arbeitsgänge und viele Hände benötigt wurden, wird heute vieles auf einmal erledigt – von einem Mann, der die Maschine bedient.

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