Stadt prüft Antrag : Kampf um die Flensburger Haifischbar

Vorsichtiger Optimismus: Fabian Keller (29) ist gespannt, was die Zukunft für seine Haifischbar bereithält.
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Vorsichtiger Optimismus: Fabian Keller (29) ist gespannt, was die Zukunft für seine Haifischbar bereithält.

Fabian Keller möchte am Bohlwerk bis Mitte September Cocktails, Softdrinks und spanisches Bier ausschenken – die Genehmigung ist abgelaufen.

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17. Juni 2014, 07:57 Uhr

Flensburg | Unzählige Caipirinhas, Mojitos oder Cuba libres gingen hier über den Tresen. Zur Rum-Regatta, beim anschließenden dänischen Pfingsttreffen und zur Classic Week war die am Aufgang zum Bohlwerk gelegene Haifischbar immer dicht umlagert. Der Zuspruch war derart groß, dass Betreiber Fabian Keller am liebsten weitermachen würde. Die Entscheidung liegt bei der Stadt. Seit Montag ist die Bar geschlossen, keine Liegestühle mehr, die Tische verwaist.

Fabian Keller freute sich über die Kulanz des Ordnungsamtes, das eine Ausnahmegenehmigung bis zum 15. Juni ausgestellt hatte. Die 150 Quadratmeter, auf denen er seine Getränke unters Volk bringt, hat ihm der Museumshafen Flensburg vermietet. Jetzt hat er eine Verlängerung bei der Stadt beantragt. Der 29-Jährige erhofft sich eine Schankerlaubnis analog zum Beach-Club. Doch Zweifel nagen an ihm. „Ob das hier politisch wohl genauso gewollt ist?“

„An uns soll es nicht liegen“, sagt Martin Schulz, Geschäftsführer des Museumshafens, der das Anliegen von Fabian Keller unterstützt. Schulz sagt: „Die Bar stört niemanden, macht keine Probleme und ist ein Anziehungspunkt für Touristen, Einheimische und Anlieger.“ Deshalb hat er dem Antrag beim städtischen Ordnungsamt ein Begleitschreiben hinzugefügt, in dem er mitteilt, dass er als Vermieter der Fläche eine verlängerte Frist der behördlichen Genehmigung begrüßen würde.

Der Museumshafen-Chef zieht einen Vergleich mit der Fischhütte auf dem Bohlwerk. „Eine Erfolgsgeschichte. Die hat sich langfristig etabliert.“ Betreiber Ben Heinrich wird auch als Hafenmeister eingesetzt. „So eine Win-win-Situation könnte sich auch mit der Haifischbar ergeben“, sagt Schulz. Der chronisch klamme Verein könne über einen größeren Zeitraum Mieteinnahmen erzielen, Fabian Keller würde in den Morgenstunden und abends ein Auge auf die Anlage werfen, wo es in der Vergangenheit immer wieder Schäden durch Vandalismus gegeben hat. Er sieht aber spätestens mit Beginn der Nautics am 15. August dunkle Wolken am Horizont heraufziehen. Denn neben den vom Veranstalter vermieteten Ständen würden keine fliegenden Bauten geduldet, die Einnahmen abgraben könnten.

So lange wird es vermutlich gar nicht dauern, bis Fabian Keller seine maritim gestaltete Hütte mit dem weit sichtbaren und unverkennbaren Surfbrett wird entfernen müssen. Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf bestätigte, dass der Stadt seit Montag ein Konzept vorliege, dass nun innerhalb der städtischen Gremiengeprüft werden müsse. „Noch gibt es keine Tendenz dafür oder dagegen.“ Ob eine Vergleichbarkeit mit dem Beach-Club hergestellt werden könne? „Damit“, so Teschendorf, „wird sich der zuständige Fachbereich beschäftigen.“ Wie lange? „Ein paar Tage sollte man uns schon Zeit lassen.“ Eine Entscheidung, so Teschendorf augenzwinkernd, falle auf jeden Fall vor Ende des Sommers.

Fabian Keller, der seine Cocktailbar seit 2011 mit Erfolg betreibt, darf sich also in vorsichtigem Optimismus üben. Er will neben Strom und Wasser auch für die sanitären Anlagen sorgen. Wenn es nicht klappen sollte, wird die Hütte eingemottet, und Flensburg wird auf seine Haifischbar noch ein wenig warten müssen. Bis zur nächsten Rum-Regatta.

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