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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 08:49 Uhr

Finanzmarkt : Kampf um die Bundesbank

vom

Widerstand gegen den Willen der Bundesbank formiert sich, die Filiale an der Waitzstraße 2012 zu schließen. Politik und Unternehmer kämpfen um 37 Arbeitsplätze.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2010 | 11:46 Uhr

flensburg | In zwei Jahren soll Schluss sein an der Waitzstraße. Dann will die Bundesbank ihre nördlichste Filiale dicht machen. Doch jetzt formiert sich der Kampf für den Erhalt der Einrichtung, bei der immerhin 37 Frauen und Männer beschäftigt sind. Gestern stellte eine neue Allianz für die Rettung der Bundesbank ihre Argumente vor. Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen, die Spitze der Industrie- und Handelskammer und Vertreter der Stadt legten der Präsidentin der Bundesbank-Hauptverwaltung Hamburg, Adelheid Sailer-Schuster, ihre Argumente dar.

"Die Bundesbank hat bei ihren Standort-Entscheidungen auch ein Stück regionalpolitische Verantwortung", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein. Eine Schließung der Filiale träfe die Stadt mit Wucht, ergänzte Uwe Möser, Präsident der IHK Flensburg. Seit 134 Jahren hat die deutsche Zentralbank einen Standort ganz im Norden - zunächst in der Rathausstraße, dann am Nordergraben, seit 1987 im Neubau an der Waitzstraße.
"Schleswig-Holstein wird bundesbank-mäßig platt gemacht!"
Wolfgang Börnsen betonte, dass nicht zuletzt die Lage an der Grenze ein Argument für den Erhalt der Filiale sei, weil auf Grund des Grenzhandels hier große Geldmengen bewegt werden. Schon gar nicht nachvollziehen lasse sich der Plan der Bundesbanker, Flensburg schon 2012, hingegen die beiden Filialen Kiel und Lübeck erst 2015 aufzugeben. Die neue Flensburger Allianz für die Präsenz der Bundesbank im Norden sieht sich in einem doppelten Kampf: zusammen mit Kiel und Lübeck für den Erhalt zumindest einer Filiale in Schleswig-Holstein, und die müsste dann auch möglichst in Flensburg sein.

"Es war ein sehr hilfreiches Gespräch", resümierte Stadtpräsident Christian Dewanger nach dem Treffen mit Adelheid Sailer-Schuster. Er hoffe und vertraue darauf, dass die Bundesbank die bereits getroffene Entscheidung noch einmal überdenke. "Schleswig-Holstein wird bundesbank-mäßig platt gemacht!", wetterte Gernot Nicolai, CDU-Fraktionschef in der Ratsversammlung. Das könne Flensburg nicht akzeptieren.

Das große regionalpolitische Engagement hier in Flensburg dürfte auf die Hamburger Bundesbank-Präsidentin nicht ohne Eindruck geblieben sein, vermutet Börnsen. Man werde den Kampf für die Filiale an der Waitzstraße nicht aufgeben.

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