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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 12:16 Uhr

Flensburg : Kampf um den Sky-Markt hat begonnen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt setzt auf den Abbruch des Brandhauses – Kieler Coop-Genossenschaft will davon nichts wissen: „Wollen hier Nahversorger bleiben“

shz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 07:30 Uhr

Die Feuerwehr ist längst weg und die Brandermittler ermitteln nicht mehr wegen eines technischen Defekts, sondern wegen Brandstiftung. Aber wie geht es weiter, mit dem Sky-Markt an der Apenrader Straße? Trotz anders lautender Äußerungen aus dem Rathaus ist fraglich, ob er wirklich von der Bildoberfläche verschwinden muss und durch Wohnbebauung ersetzt wird. Klar ist: Viele Anlieger werden diesen Einzelhandel an dieser Stelle schwer vermissen.

Renate Delfs wohnt am Ostseebad. Seit Jahrzehnten schon. Sie sagt: „Wir als Anwohner sind alle entsetzt und traurig, dass es den Sky-Markt nicht mehr gibt.“ Es sei der einzige Supermarkt, in dem man alles aus einer Hand bekomme. „Aldi gibt es auch, gut und schön“ sagt die 89-jährige, „aber was ist, wenn ich Gelierzucker oder Stangenvanille brauche?“ Eine Lotto-Annahmestelle gebe es hier genauso wenig wie eine Frische-Theke. „Nun müssen wir zum Edeka-Markt fast bis zum Nordertor laufen, das ist bitter und beschwerlich besonders für uns Ältere.“ Auch die dänische Kundschaft werde den Markt schmerzlich vermissen. Sie wundere sich im Übrigen, woher im Falle einer Wohnbebauung potenzielle Interessenten „für diese Schmuddelecke“ kommen sollten, die darüber hinaus durch permanenten LKw-Verkehr belastet sei. „Wir müssen uns ernsthaft überlegen, ob wir hier eine Bürgerinitiative starten!“

Wie es scheint, hat der Vollsortimenter iom Norden das Zeug zu einem echten Problem-Markt. Das Gebäude und seine Nutzung haben aus städtischer Sicht wegen der in der Neustadt geltenden Sanierungssatzung nur noch Bestandschutz. Ein Neubau würde dort nicht genehmigt werden, weil als planerisches Ziel Wohnbebauung formuliert ist. Aber die Frage, ob der Brandschaden diesen Bestandschutz aufhebt, ist noch lange nicht geklärt. Markus Pahl, Leiter der Stadtsanierung hatte zwar öffentlich behauptet, dieser Standort sei künftig keiner mehr für den Sky -Markt, doch in der Kieler Coop-Zentrale, die landesweit die Sky-Märkte betreibt, sieht man das ganz anders. Die Genossenschaft ist Eigentümerin des Grundstücks und des Marktes und teilt auf Anfrage mit: „Wir sind seit Jahrzehnten auf diesem Grundstück als Nahversorger tätig, und das wollen wir auch bleiben.“ Man habe einen Architekten beauftragt, die Behebung der Brandschäden schnellstmöglich in die Wege zu leiten, sagt Unternehmenssprecherin Anika Spallek. In Kiel denkt man also an baldige Wiedereröffnung und nicht an Abbruch. Und die Stadt Flensburg? Muss zumindest einen Schritt zurück. Die Sanierungssatzung greife erst, wenn im Zuge der Sanierung bei der Stadt Genehmigungen nach Baurecht notwendig werden sollten. Die dürften dann nach Sanierungsrecht nicht erteilt werden, so Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf. Freilich kann Coop dann noch auf dem Rechtsweg um den attraktiven Standort kämpfen. An der Apenrader Straße droht offenbar eher Leerstand als Abbruch.

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