Grossenwiehe : Kampf um das Bürgermeisteramt

Bürgermeister Burkhard Luckow (Mitte) mit seinem ersten Stellvertreter Michael Schulz (links) und Sven Nielsen (zweiter Stellvertreter).
Bürgermeister Burkhard Luckow (Mitte) mit seinem ersten Stellvertreter Michael Schulz (links) und Sven Nielsen (zweiter Stellvertreter).

Burkhard Luckow (SPD) setzt sich in Großenwiehe durch. Unterlegener CDU-Kandidat Michael Schulz wird erster Stellvertreter.

shz.de von
18. Juni 2018, 15:43 Uhr

Anspannung lag in der Luft, als in der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung Großenwiehe die Bürgermeisterwahl anstand. Schon im Vorfeld hatte es Unruhe gegeben, weil die CDU klar den Posten bei ihrem Kandidaten Michael Schulz sah, die übrigen Fraktionen aus SPD, SSW und Kommunaler Wählergemeinschaft Großenwiehe (KWGG) jedoch mit Burkhard Luckow einen Gegenkandidaten aufstellten.

Die Stimmenanteile bei der Kommunalwahl waren wie folgt verteilt: CDU 40,51 Prozent der Wählerstimmen, SSW 24,2 Prozent, KWGG 18,31 Prozent, SPD 16,98 Prozent. Peter Petersen als ältestes Mitglied führte die Wahl durch. Nachdem der Wahlvorstand gebildet war, konnten sich beide Kandidaten kurz vorstellen. In der anschließenden Aussprache ergriff Christina von Wedelstaedt (CDU) das Wort: „Wir sollen im Sinne der Bürger handeln, die am 6. Mai gewählt haben.“ Schulz habe 196 Stimmen auf sich vereinigt, Luckow nur 98, da sei es schon ziemlich dreist, daraus einen Anspruch auf das Amt abzuleiten. Dem widersprach Keno Jaspers (SSW): „40 Prozent haben die CDU gewählt – aber 60 Prozent eben nicht.“ Peter Petersen beendete den Disput und Jörg Hauenstein, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes, erläuterte das Prozedere der geheimen Abstimmung, interessiert verfolgt von den rund 50 Bürgern im Zuschauerbereich. Am Ende stand das Ergebnis fest: Mit zwölf Stimmen reichte es für Burkhard Luckow genau, um sich gegen Michael Schulz (neun Stimmen) bei einer Enthaltung durchzusetzen.

„Ich wünsche eine gute Hand bei allen Entscheidungen“, sagte Peter Petersen nach der Vereidigung und übergab die Sitzungsleitung an den frisch gewählten Bürgermeister.

Den Großenwieher Gemeinderat bilden in der neuen Legislaturperiode 22 Mitglieder, normalerweise sind es 17. Grund dafür sind die neun Direktmandate, die die CDU in den drei Wahlkreisen für sich gewinnen konnte. Dies sind zwei mehr, als der CDU im Verhältnis zu den anderen Parteien zugestanden hätte. Das führte zu je einem Ausgleichsmandat bei den übrigen Parteien und der Wählergemeinschaft.

Eine Veränderung gab es noch vor zwei Wochen, als Harald Dethlefs (SPD) sein Mandat zurückgab und Leiah Christin Luckow nachrückte. Die weiteren Wahlen der Stellvertreter und der Ausschüsse erfolgten offen, einvernehmlich und jeweils einstimmig.

Zum ersten stellvertretenden Bürgermeister wurde Michael Schulz gewählt, und Sven Nielsen (SSW) wird das Amt des zweiten Stellvertreters bekleiden. Zum Schluss verabschiedete Burkhard Luckow die ehemalige Bürgermeisterin Gudrun Carstensen mit herzlichen Worten. Diese wiederum überreichte ihm ihr Bürgermeisterschild und meinte: „Es war ein schwieriger Start heute. Ich wünsche euch in dieser großen Runde eine gute Zusammenarbeit – für unser Dorf Großenwiehe.“


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