Regionale Wirtschaft : Kampf um Danfoss: Neue Initiativen

Mahnwache und Demonstration der IG Metal am 03.06.2009 vor dem Danfoss Werk in Flensburg (Schleswig-Holstein). Das Unternhemen, das in dem Werk Kompressoren herstellt will in Flensburg bis zu 450 Arbeitsplätze abbauen --- Foto STAUDT
Mahnwache und Demonstration der IG Metal am 03.06.2009 vor dem Danfoss Werk in Flensburg (Schleswig-Holstein). Das Unternhemen, das in dem Werk Kompressoren herstellt will in Flensburg bis zu 450 Arbeitsplätze abbauen --- Foto STAUDT

Im Kampf um die Danfoss-Produktion in Flensburg gibt es inzwischen politische Bemühungen aus allen Lagern. Und die Belegschaft macht mit Mahnwachen mobil.

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04. Juni 2009, 11:21 Uhr

Flensburg | Seit gestern früh um 5 Uhr steht die Mahnwache. Damit wollen die letzten 450 Produktionsarbeiter von Danfoss in Flensburg dem Konzern klarmachen, dass sie den traditionsreichen Fertigungsstandort nicht nicht kampflos und ohne Alternativen zu prüfen aufgeben wollen. Rund 150 Kollegen zählte IG-Metall-Chef Meinhard Geiken gestern vor dem Werkstor: "Die Phase der Schockstarre ist überwunden. Die Kollegen wollen vernünftige Ergebnisse", sagt mit dem Rückenwind der Mahnwache. Solidaritätsbekundungen gab es gestern unter anderem aus den Belegschaften von Krones, Ultratroc und der Werft. Am Dienstag soll erstmals mit dem Danfoss-Management verhandelt werden. Für heute Nachmittag, wenn in der Ratsversammlung eine Resolution beschlossen werden soll, hat Geiken für die Metaller die letzten 20 Zuschauerkarten gesichert.
Arbeitsminister Döring will sich ein Bild machen
Geiken verlangt unter anderem Kurzarbeit, um Zeit für eine tragfähige Lösung zu suchen. Derzeit werde allein im Angestelltenbereich bei Danfoss kurzgearbeitet.

Unterdessen beschäftigt sich die Politik mittlerweile sehr intensiv mit den Problemen der Kompressoren-Hersteller. Morgen kommt der Kieler Arbeitsminister Uwe Döring (SPD), den Betriebsräte und Metaller eingeladen haben, um sich selbst ein Bild zu machen.

Aktiv geworden sind auch die CDU-Landtagsabgeordneten Susanne Herold und Johannes Callsen. Sie haben einen Brief an das Danfoss-Management geschrieben und appellieren, die "Verantwortung für die Region neben den rein unternehmerischen Notwendigkeiten in Ihre Entscheidung mit einzubeziehen und dabei noch einmal alle Möglichkeiten auszuloten, mit denen eine Fortsetzung der Produktion in Flensburg realisierbar wäre".

Zugleich hat Flensburgs CDU-Bundestagsabgeordneter Wolfgang Börnsen den Bundeswirtschaftsminister eingeschaltet. Er bittet Karl- Theodor zu Guttenberg, mit der Danfoss-Zentrale zu sprechen. "Wenn etwas zu bewirken ist, dann bei der Geschäftsleitung in Norborg", glaubt Börnsen. Der CSU-Bundeswirtschaftsminister müsse darauf drängen, dass sich die dänische Zentrale für Alternativen öffnet.

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