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Flensburger Tageblatt

24. September 2017 | 01:49 Uhr

Stromverbrauch : Kampf gegen die Energiefresser

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt will den Strom- und Fernwärmeverbrauch in öffentlichen Gebäuden weiter reduzieren – um zehn Prozent bis 2018.

shz.de von
erstellt am 25.Jun.2015 | 08:00 Uhr

Flensburg | Wenn Fachbereichsleiter Michael Dräger heute im Finanzausschuss den Energiebericht 2014 präsentiert, wird er einige Erfolge verkünden. So konnte der Fernwärmeverbrauch im Vergleich zum Vorjahr in öffentlichen Gebäuden um 15,9 Prozent, der Stromverbrauch um 2,4 Prozent gesenkt werden – mit entsprechender Reduzierung der anfallenden Kosten. Doch die Stadt will weiter sparen. Dafür soll Energiemanager Hans-Werner Schwennsen sorgen.

Es war ein zögerlicher Beginn: Im Januar 2009 baute die Stadt ein Energiecontrolling im Fachbereich Vermögen auf – besetzt mit lediglich einer halben Stelle. Um die zahlreichen öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Gesundheitshaus, Museen, Schulen und Kitas auf den Prüfstand stellen zu können, bedurfte es jedoch verstärkter Anstrengungen, auch im personellen Bereich. So entstand ein Jahr später die Arbeitsgemeinschaft Energiemanagement. Sie hat Jahr für Jahr die baulichen Zustände und die technischen Vorrichtungen der 56 städtischen Liegenschaften unter energetischen Gesichtspunkten untersucht und begutachtet.

Die daraufhin veranlassten Maßnahmen machten sich insbesondere beim Fernwärmeverbrauch positiv bemerkbar. Die Einsparungen beim Strom hingegen waren marginal. „Wenn wir den Verbrauch hier konstant halten, ist schon viel gewonnen“, sagt Schwennsen, der die neu geschaffene Technikerstelle für das Energiemanagement seit September 2014 (bis 2018) besetzt. Ein Beispiel: Nachdem die Waldschule energetisch saniert worden war, explodierten die Stromkosten um über 70 Prozent, weil neue Vorgaben einzuhalten waren. „Wo eine 60-Watt-Birne brannte, erhellen nun eine Reihe von LED-Leuchten den Raum.“ Der Strombedarf an Schulen sei ohnehin durch den hohen Bedarf an Computern und Elektronik sehr hoch.

Schwennsen sieht erhebliches Potenzial bei Sorgenkindern wie der Kita Engelsby, die in puncto Strom und Wärme überproportional viel verbrauche; die Schulen Fruerlund und Ramsharde, die Stadtbibliothek in der Flensburg-Galerie („300 Tage im Jahr beleuchtet“) und das Technische Rathaus 2 an der Schützenkuhle nennt er im gleichen Atemzug.

Wo sieht der Energiemanager die Stellschrauben, an denen er drehen kann? Als ersten Schwerpunkt für kurzfristige Erfolge führt er die Heizungsoptimierung an: Durch hydraulischen Abgleich (an den Raum angepasste Wärmeabgabe), Überprüfung der Pumpen und Reduzierung des Anschlusswerte will er allein in diesem Bereich 46  000 Euro jährlich einsparen. Darüber hinaus seien Einsparungen durch moderne Lichttechnik, durch Prüfung von Lüftungsanlagen und Dämmmaßnahmen möglich. Das Techniknetz mit der automatischen Verbrauchserfassung soll zudem ausgebaut werden. Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie die Beleuchtung könnten so zentral gesteuert werden. 42 Liegenschaften sind bereits an das Netz angeschlossen.

Das von der Verwaltung vorgegebene Ziel bis zum Ende des Prozesses lautet, 350  000 Euro von den derzeit anfallenden Gesamtkosten (3,4 Millionen Euro für Strom, Wärme, Wasser) jährlich einzusparen. „Mein Ziel“, gibt sich Schwennsen selbstbewusst, „liegt allerdings noch höher.“

 

 

 


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