Beim „Jacob Cement Cup“ : Kamera futsch: Dreister Diebstahl in der Flens-Arena

Vor dem Verlust: Volker Moschkau mit der Panasonic-Kamera in der Flens-Arena.
Vor dem Verlust: Volker Moschkau mit der Panasonic-Kamera in der Flens-Arena.

Wie Volker Moschkaus 5200 Euro teure Ausrüstung plötzlich vom Erdboden verschwand.

shz.de von
18. August 2017, 08:44 Uhr

Großer Medienauftrieb gestern in Jarplund: Jahrespressekonferenz der SG Flensburg-Handewitt. Fernsehen, Rundfunk, Redakteure, Fotografen. Und Volker Moschkau mittendrin. Wie jedes Jahr. Der langbärtige Oberdruide des vierköpfigen Teams von Hallen TV ist ist schon seit 2002 Kooperationspartner des Handball-Bundesligisten und wird auch diese Saison in allen Facetten begleiten.

Doch an diesem Tag ist alles anders. Moschkau läuft mit einer geliehenen Kamera auf. Seine eigene – eine professionelle Panasonic AG-160 mitsamt Stativkopf, Richtmikrofon und Audio-Funkempfänger – ist verschwunden. Gesamtwert: 5200 Euro. Und das kam so:

Am Freitag, 4. August, will das TV-Team vom „Jacob Cement Cup“ berichten. Moschkau ist als erster in der Halle, um die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Er befestigt die etwa sechs Kilo schwere Kamera auf dem Rollstativ und platziert sie vor dem Auftaktspiel der Junioren gegen 14 Uhr hinter dem Zeitnehmertisch. Zu diesem Zeitpunkt ist die Halle noch geschlossen. Lediglich 20 Personen sind mit Aufbauarbeiten beschäftigt. „Die kenne ich alle schon ewig“, sagt Moschkau.

Doch zwei Eingänge – einer für Mitarbeiter, der andere für Sportstudenten – sind offen und unbewacht. Möglicherweise ist es dem Dieb gelungen, sich über diesen Weg einzuschleichen. Das ist Spekulation. Fest steht hingegen, dass der Täter die kurze Abwesenheit des Besitzers nutzt, um ihn seiner Kamera zu berauben. „Ich fand nur noch den traurigen Rest des Stativs vor“, erinnert sich der 63-Jährige, der zunächst an einen Scherz glaubt. Er geht davon aus, dass ein Laie am Werk war. „Anstatt den Schnellverschluss zu nutzen, schraubte er den gesamten Stativkopf und Steuerarm mit ab.“

Kurios: Beim Abtransport muss der Dieb ein 50 Meter langes, auffällig grünes Kabel mitgeschleppt haben, das in die Kamera fest eingedreht war. Kann man damit unerkannt verschwinden? Möglicherweise, so die Vermutung, wurde die teure Ausrüstung irgendwo in den Katakomben der Arena zwischengelagert. Nach einem Aufruf des Hallensprechers macht sich von den 4000 Zuschauern eine Gruppe von 30 Mann auf die Suche. In Nebenräumen, Spindschränken, unter den Tribünen. Erfolglos.

Gleich am nächsten Morgen erstattet Moschkau Strafanzeige bei der Polizei. Verteilt Flyer mit Fotos und Seriennummern der Geräte. Klappert Elektronikshops, An- und Verkaufsläden ab. In einem Fall meint ein Mitarbeiter, die Kamera sei ihm telefonisch „von einer bekannten Stimme“ offeriert worden und fragt nach einem Finderlohn.

Der Vorfall zieht inzwischen Kreise, nicht nur in den sozialen Medien. „Ich werde auf der Straße oder an der Kasse immer wieder darauf angesprochen.“ Auch die SG-Spieler zeigen sich geschockt, wie „ihr“ TV-Mann im eigenen „Wohnzimmer“ so dreist bestohlen werden kann. Die versicherungstechnischen Fragen sind noch nicht abschließend geklärt. Doch es gibt Anteilnahme und Unterstützung von allen Seiten. „Noch habe ich“, sagt Volker Moschkau, „die Hoffnung nicht aufgegeben.“

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