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Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 18:23 Uhr

Kollund : Kahlschlag empört dänische Nachbarn

vom

Im Kollunder Forst wird abgeholzt: "Alles rechtens", sagen die Behörden.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 08:06 Uhr

Kollund | Sie fürchten um ihr Naherholungsgebiet: Weil im Kollunder Wald Bäume gefällt werden, gehen die anliegenden Bewohner auf die Barrikaden. Laut den zuständigen Behörden aber sind die Baumfällungen nicht umfangreicher als sie sein dürften.

Die Kollunder verbringen viel Zeit in dem nahe gelegenem Wald - und sie haben bemerkt, dass weitaus mehr Bäume gefällt werden als früher. Einige der Bewohner meinen, dass die Maßnahmen zu weit gehen. "Sie fällen mehr und mehr Bäume, und wir fragen uns, was hier passiert", sagt Andreas Peter Rebsdor. Seine Frau Pia Jørgensen vergleicht die Situation im Kollunder Forst sogar mit der Regenwaldabholzung im Amazonas.

Karsten Romme vom Forst- und Naturmanagement Sydjylland, dessen Aufgabe es ist, das Forstgesetz zu kontrollieren, streitet jedoch ab, dass zu viele Bäume in dem betreffenden Wald gefällt werden. "Wir haben keinen Grund zu behaupten, die Eigentümer würden das Forstgesetz nicht einhalten. Wir haben keine direkten Hinweise bekommen und daher gehen wir dieser Sache auch nicht nach", erklärt er.

Die Hälfte des Areals (rund 75 Hektar) gehörte einst der Stadt Flensburg, wurde jedoch im Jahr 2006 für 1,2 Millionen Euro an den Landwirt Henrik Enderlein verkauft. Er und der Eigentümer der anderen Hälfte, Peter Jørgensen, schlossen sich zusammen und gründeten die Kollund Skov GmbH.

"Wir haben die kranken Ulmen auf dem Areal entfernt, damit sie nicht die anderen Bäume anstecken. Außerdem haben wir die Nadelbäume gefällt, da wir gerne einen Anteil von 80 Prozent verglichen mit früheren 60 Prozent Laubbäumen erreichen würden", kommentiert Henrik Enderlein die Abholzungen.

Die Eigentümer haben professionelle Forstarbeiter damit beauftragt, einen Plan für den Forst zu erstellen. Tatsächlich ist die Anzahl der gefällten Bäume geringer als von dem Plan vorgegeben. "Als wir den Wald übernahmen, war es an der Zeit, viele der Bäume zu fällen, um das Gebiet offener zu gestalten", sagt Henrik Enderlein.

Der Wald- und Naturaufsichtsrat legt fest, dass der Kahlschlag im Kollunder Wald nicht das Volumen übersteigt, welches per Gesetz festgeschrieben ist. Die Spaziergänger, die in dem Wald unterwegs sind, hätten festgestellt, dass heute weitaus mehr Bäume gefällt werden als zu der Zeit, als die Stadt Flensburg noch Eigentümer des Waldes war.

Henrik Enderlein und Peter Jørgensen betreiben den 130 Hektar großen Wald als eine GmbH. Sie haben das Gelände zum Verkauf angesetzt, werden ihn aber weiter betreiben, bis sie einen Käufer gefunden haben. "Der Wald ist vor allem aber ein Liebhaberstück und als solches bieten wir ihn an", so Enderlein. Der angesetzte Preis: 22,5 Millionen Kronen - etwa drei Millionen Euro.

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