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Altes Gym und Goethe-Schule Flensburg : Junger Blick auf Europa

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Dutzend Schüler des Alten Gymnasiums und der Goethe-Schule für ihre Teilnahme an Wettbewerb ausgezeichnet und bei Stadtpräsidentin zu Gast

shz.de von
erstellt am 07.Jul.2017 | 08:08 Uhr

Robin Hood überfällt eine Flensburger Bank. Zurück im Sherwood Forest , verwundert er seine Gefährten mit Papier als Zahlungsmittel. Europa und Zeus in Gestalt eines Stieres verirren sich in ihren Flitterwochen in die Förde. Sie kaufen bei H&M ein, feiern den 3001. Geburtstag von Zeus und bekommen eine Prinzessin mit Hörnern. Mit Ideen wie diesen beteiligten sich Flensburger Schüler am 64. Europäischen Wettbewerb, dem größten Schülerwettbewerb Deutschlands.

Für Bundespreise hat es in diesem Jahr zwar nicht gereicht, aber fünf Gymnasiasten der Goethe-Schule und sieben des Alten Gymnasiums empfing Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar – wo, wenn nicht im Europa-Raum des Rathauses. Dort stellten die schüchternen Schüler ihre Zeichnungen, Collagen und Geschichten vor.

Das Thema lautete dieses Mal „In Vielfalt geeint – Europa zwischen Tradition und Moderne“. Vor allem drei der nach Altersgruppen unterschiedenen Aufgaben hatten es den Flensburgern angetan, darunter die für fünfte bis siebte Klassen, wie eine europäische Sagengestalt in der heutigen Zeit zum Leben erwacht. „Das bunte Leben“ und „ Europa 4.0 – Beam me to 2027“ waren beliebt bei den Schülern zwischen 14 und 16. Beim Anblick der Hinterglasmalerei von Karina Pamatath zum Beispiel entfahren den Betrachtern anerkennende Ahs und Ohs. Die Goethe-Schülerin hat das berühmte und 110 Jahre alte Bild des russischen Künstlers Wassily Kandinskys in ihre eigene Gegenwart übersetzt – mit Planeten und fantasievollem Bauwerk. Die Collage der drei Mädchen vom Alten Gym zum selben Thema „Das bunte Leben“ nimmt es wörtlicher. Das Trio erklärt, dass es das „friedliche Zusammenleben“ darstellen wollte, und zwar verschiedener Religionen, verschiedener Menschen. Und zwei Schüler des Alten Gyms erklären und lesen aus ihrem „Logbuch“ eines 14-Jährigen, dessen selbst gebaute Zeitmaschine ihn statt ins 22. Jahrhundert doch nur ins Jahr 2027 bringt.

Swetlana Krätzschmar versucht, den Schülern in der Veranstaltung die Scheu zu nehmen, wenngleich sie zugeben muss, dass ihre Einführung zu europäischen Werten wohl „etwas zu akademisch ausgefallen ist“. Doch ganz flink findet oder erfragt sie den aktuellen Bezug eines jeden Beitrags zu Europa. So fragt sie Emily, was Robin Hood mit dem europäischen Geist zu tun habe. Die Sechstklässlerin erwidert, Robin Hood sei schließlich eine englische Figur. Den Ball nimmt die Stadtpräsidentin sofort auf: „Für mich als Europäerin ist es sehr traurig, dass Großbritannien beschlossen hat, aus der EU auszutreten.“ Krätzschmar freut sich umso mehr, dass sich die Schüler damit beschäftigen. Doch Barbara Schröder, Lehrerin an der Goethe-Schule, räumt ein, dass Europa und Europa-Bildung in der Schule sehr spät an der Reihe seien. Ihre Kollegin vom Alten Gym, Susanne Buhl, fügt hinzu, dass das Thema schon in der Grundschule seine Berechtigung hätte. Und mit ihrer Erfahrung von 21 Jahren, die sie den Europäischen Schülerwettbewerb nun schon begleite, kann sie behaupten, dass dieser seiner Zeit oft voraus sei.

Auch Roland Hartmann von der Europa-Union (Kreisverband Flensburg) bedankt sich für den jungen Blick der Schüler auf das Thema und lobt, dass ihnen Europa „nicht egal ist“. Buchgutscheine im Wert von 15 Euro und Urkunden gibt es für jeden noch dazu.

Preisträger der Goethe-Schule: Fjolla Haxhijaj, Dea Berisha, Olivia Rieckhoff (5b); Emily Witt (6a); Karina Pamatath (Klasse Eg, elfter Jahrgang); Preisträger des Alten Gymnasiums: Bente Rieper, Leonie Schneider (8. Klasse); Lea Marie Gronski, Selma Kühl, Luise Schick (8. Klasse); Jannis Büchel, Jarne Henningsen (8. Klasse).

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