Lichterfest : Juden feiern Chanukka

Tänze zum Lichterfest: Frauen der jüdischen Gruppe Aminta  zeigen traditionelle Tänze
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Tänze zum Lichterfest: Frauen der jüdischen Gruppe Aminta zeigen traditionelle Tänze

Lichterfest, Tanz und jüdische Musik: 200 Besucher feiern öffentliches Lichterfest auf dem Museumsberg.

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05. Dezember 2013, 00:33 Uhr

Ein neunarmiger Leuchter ist vor dem Hans-Christiansen-Haus aufgebaut. Auf dem Flensburger Museumsberg haben sich trotz der Kälte am Abend rund 200 Menschen versammelt. Am Leuchter ist ein Schild befestigt: „Wir wünschen Ihnen ein frohes Chanukka!“ Das jüdische Fest wurde erstmals öffentlich in Flensburg gefeiert. Ausgesprochen wird das „ch“ in Chanukka wie das „ch“ im Deutschen „ach“.

Für Juden ist es eines der wichtigsten Feste: „Chanukka hat für uns ungefähr die gleiche Bedeutung wie Weihnachten für Christen“, sagt Gershom Jessen, Vorstandsmitglied der mittlerweile über 100 Mitglieder umfassenden Jüdischen Gemeinde. Am 28. November begann das Fest mit dem Anzünden der ersten Kerze an dem neunarmigen Leuchter. An den folgenden Abenden wurde jeweils ein weiteres Licht angezündet. Auf dem Museumsberg geht es mit einer Hebebühne zum Leuchter. Der ist eine Spende des Hamburger Vereins Chabad Lubawitsch. Gemeinsam mit dem aus Berlin angereisten Kantor Alexander Adler will Gemeindemitglied Karsten Berger das Chanukkalicht entzünden. Zunächst gibt es Probleme, dann aber leuchtet die erste Kerze, und der Kantor beginnt auf Hebräisch zu singen.

Mit dem Chanukka-Leuchter soll an die Wiedereinweihung des Jerusalemer Tempels erinnert werden. Diese war nach dem Aufstand der Makkabäer vor 1900 Jahren, hundert Jahre später zerstörten die Römer den Tempel und die jüdische Diaspora begann – gefeiert wird Chanukka seitdem weltweit. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stefan Kramer, nimmt momentan an einer Wehrübung in Flensburg teil und besucht die Zeremonie: „Weltweit wird heute öffentlich das Chanukkalicht entzündet – und jetzt auch in Flensburg.“

Beim Lichterfest versammelt sich die Familie. Freunde kommen zu Besuch. Kinder erhalten Geschenke und Süßigkeiten. Es wird getanzt und ausgelassen gefeiert. So auch auf dem Museumsberg. Dort spielt eine Band jüdische Musik, sogenannte Klezmer. Die Tanzgruppe „Aminta“ zeigt traditionelle Tänze, jüdische und jiddische Lieder werden gesungen. Den Besuchern gefällt die Musik und etliche von ihnen bewegen sich dazu im Takt.

In einem Festzelt ist ein Büffet aufgebaut: Es gibt Pontschickes – mit Marmelade gefüllte und in Öl gebackene Krapfen. Zu den Gästen zählt auch Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar: „So wie die Lichter der Adventskränze und der Chanukka-Leuchter in dieser Zeit miteinander leuchten, so sollten auch unsere verschiedenen Religionen und Glaubensrichtungen miteinander leben.“ Die jüdische Gemeinde in Flensburg hat mit dem öffentlichen Chanukka einen Beitrag dazu geleistet.

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