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Flensburger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 23:23 Uhr

Handewitt : Joudis Ziel ist der Schulabschluss

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Handewitter Koordinator für Flüchtlingsfragen sucht Menschen, die einer jungen Syrerin in Deutsch und Mathe.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2017 | 11:47 Uhr

Handewitt | An der Gemeinschaftsschule Handewitt und am angeschlossenen DaZ-Zentrum ist man gespannt: Die Schülerin, die 2015 als Flüchtling in Deutschland eintraf, soll im Frühsommer den „ersten Schulabschluss“ ablegen. Die Noten sprechen dafür, dass es Maldullin Daher schaffen wird. Allerdings nur knapp. Doch das Mädchen möchte möglichst gut abschneiden und sich für einen weiterführenden Abschluss empfehlen. Deshalb sucht Klaus Herbst Unterstützung. „Wir denken an Lehrkräfte, die pensioniert sind, oder sonstige Ehrenamtliche, die sich berufen fühlen, bei Deutsch, Mathe oder Weltkunde zu helfen“, erklärt der Koordinator für Flüchtlingsfragen.

Die 16-jährige Syrerin, die alle nur Joudi nennen, erinnert sich noch genau an den Tag, als sie erstmals in Handewitt zur Schule ging. „Das war der 18. Dezember 2015“, sagt sie, ohne nachzudenken. Zunächst besuchte sie ausschließlich den Sprachunterricht im DaZ-Zentrum, jetzt sind es nur noch vier Stunden die Woche. Sonst ist Joudi in den Alltag der Klasse 9d integriert. Deutsch versteht sie immer besser, die Schwierigkeiten sind aber immer dann groß, wenn sich nicht so gängige Wörter häufen. Zum Beispiel in Weltkunde. „Da gibt es so viele Fachbegriffe, die ich nicht kenne“, erzählt die Migrantin.

Maldullin Daher ist in der syrischen Hauptstadt Damaskus geboren, wuchs aber in Saudi-Arabien auf, wo sie eine ansprechende Schulausbildung genoss. Auch Englisch hat sie gelernt. „Inzwischen ist mein Deutsch aber besser, da ich es jeden Tag sprechen muss“, sagt sie lächelnd. Joudi weiß, dass sie an ihren Sprachfähigkeiten arbeiten muss. In Mathe sind Geometrie und Gleichungen mit mehreren Unbekannten noch Neuland.

Die Syrerin kam im Herbst 2015 nach Deutschland. Sie lebt mit ihrem Vater in Handewitt, ein Bruder wohnt in Weding, und vier Schwestern sind in Sörup gelandet. Die Geschwister sind volljährig, weshalb die Familie nicht gemeinsam untergebracht ist. Joudi hat trotz ihrer Jugend schon klare Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. „Ich möchte Ingenieurin in der Medizintechnik werden“, erzählt sie. „In der Diako in Flensburg habe ich ein Praktikum absolviert.“ In einer gerade geschriebenen Projektarbeit beschäftigte sich die 16-Jährige mit Blutdruck-Messgeräten. Erforderlich für ihren beruflichen Traum ist ein weiterführender Schulabschluss. Der erste Schritt: Mitte Mai stehen schriftliche Prüfungen in Arabisch, Mathe und Deutsch an, Ende Juni folgt der mündliche Teil.

Freiwillige, die Joudi in Deutsch, Mathe und Weltkunde unterstützen möchten, können sich bei Klaus Herbst (Tel. 0  46  08/90  40  15) melden.


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