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Regionale Kooperation : Job-Initiative für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wirtschaftskammern und die Flensburger Arbeitsagentur besiegeln eine Kooperation mit der Stadt und den Kreisen der Nordregion.

Flensburg | Noch ist völlig unklar, wie viele Flüchtlinge langfristig in Flensburg und der Region bleiben und damit in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Bis dies klar ist, werden noch viele Monate verstreichen – „Zeit, die wir nicht haben“, fanden Präsident Uwe Möser und seine Industrie- und Handelskammer und ergriffen die Initiative für einen Flüchtlingspakt für Ausbildung und Arbeit. Gemeinsam mit der Handwerkskammer, der Agentur für Arbeit sowie der Stadt und den Kreisen wollen sie die aktuell starke Zuwanderung zum Vorteil für die Region gestalten: „Wir erkennen vor allem die Chancen und sehen uns in der Verantwortung, zum Wohl der Wirtschaft tätig zu werden“, sagt Möser. Nicht zuletzt hoffen die Unternehmen gerade im ländlichen Bereich, die zum Teil schwierige demografische Perspektive durch die Flüchtlingswanderung korrigieren zu können. Möser kündigte an, dass die IHK zum 1. Januar einen Mitarbeiter für die Arbeitsmarktkoordination der Flüchtlingsthematik einstellen werde.

Die Handwerkskammer ist da sogar schon einen Schritt weiter. Hauptgeschäftsführer Udo Hansen berichtet, dass er seit dem Start seines Projektes für unbegleitete 16- bis 17-Jährige gemeinsam mit der Jugendhilfeeinrichtung Sterni-Park bereits sieben zusätzliche Arbeitsplätze schaffen konnte. Das mit 24 Jugendlichen im Oktober gestartete Projekt sei im November auf 48 Teilnehmer verdoppelt worden – um im Februar würden schon die nächsten 24 am Johanniskirchhof aufgenommen. Ziel: Über Eignungs- und Kompetenzfeststellung sowie die Vermittlung von Kenntnissen sollen möglichst viele junge Leute schon im nächsten August eine reguläre Ausbildung aufnehmen. „Bei uns sind einige Betriebe sogar schon etwas ungeduldig, die junge Leute in Ausbildung nehmen wollen“, berichtet Hansen. Teil dieser Qualifizierunsinitiative sind vierstündige Deutschkurse an jedem Nachmittag. Die Teilnehmer aus Syrien, Irak, Ian, Somalia, Eritrea und Afghanistan seien hochmotiviert – und ihre Ausbilder begeistert. Darauf, dass in jedem Einzelfall der Aufenthaltsstatus geklärt sei, habe man nicht warten wollen. Arbeitsagenturchef Hans-Martin Rump ist sich zwar nicht sicher, ob alle im nächsten Jahr schon ausbildungsreif sind. Er erklärt: „Es gilt am Ball zu bleiben. Es sind die Fachkräfte von Übermorgen.“ Mit Blick auf den aktuellen Arbeitsmarkt (17  400 Arbeitslose in der Nordregion, 900 weniger als im Vorjahr) sieht er mit den neuen Flüchtlingen lediglich einen leichten Anstieg um 400 Arbeitslose. Und um die Relation herzustellen, ergänzt er: Ohne Flüchtlinge hätten wir mit einem Rückgang um 300 gerechnet.

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erstellt am 24.Nov.2015 | 18:30 Uhr

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