zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 19:50 Uhr

ÖPNV : Jetzt kommen die Strom-Busse

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aktiv-Bus bekommt im Dezember zwei Hybrid-Fahrzeuge, die kurze Strecken geräusch- und emissionslos fahren können

Noch in diesem Jahr und damit zwei Jahre früher als geplant beginnt in Flensburg das Zeitalter des elektrischen ÖPNV. Die Firma Aktiv-Bus hat beim schwedischen Hersteller Volvo zwei Hybrid-Busse bestellt, die neben dem üblichen Diesel- auch einen Elektromotor haben. Damit können die Busse geräusch- und emissionslos an Haltestellen anfahren und durch Fußgängerzonen – zum Beispiel die untere Angelburger Straße – rollen.

„Wir freuen uns, dass wir mit diesen inzwischen serienmäßig produzierten Fahrzeugen schon jetzt den Einstieg in den Ausstieg beginnen können“, sagt Paul Hemkentokrax, Geschäftsführer bei Aktiv-Bus. Ihm ist das Thema Elektromobilität schon seit Jahren eine Herzensangelegenheit. Noch 2013 hatte er selbst mit einer Anschaffung erster Hybrid-Busse erst im Jahr 2017 gerechnet. Doch der Fortschritt war schneller; zwar sind die Gelenkbusse mit den neuen Antrieben immer noch deutlich teurer – um etwa 20 Prozent – als ein moderner Dieselbus. Doch sie sind erschwinglich – und als Mitglied des Klimapaktes sieht Hemkentokrax Aktiv-Bus nicht zuletzt auch als Vorbild und Vorreiter bei der Elektromobilität, ohne die das langfristige Ziel der CO2 - Neutralität sicher nicht erreichbar ist.

Volvo ist bei den Hybrid-Bussen Marktführer und hat insgesamt schon mehr als 1400 Fahrzeuge dieser Art an Kunden in 21 Ländern verkauft. Aktiv-Bus kauft zwei Fahrzeuge vom Typ 7900H. Die Abgasnorm Euro 6 erfüllen die Busse von Volvo ausschließlich mit der sogenannten Parallelhybrid-Technologie, einer Kombination aus Elektromotor, Batterie und einem „kleinen“ Euro-6-Vierzylinder-Dieselmotor. Diesel- und Elektromotor können dabei unabhängig voneinander eingesetzt werden: Der Elektromotor dient vor allem zur Beschleunigung des Fahrzeugs aus dem Stand auf etwa 20 Kilometer pro Stunde, dann schaltet sich automatisch der Dieselmotor zu. An Ampeln und Haltestellen schaltet sich der Diesel automatisch ab. Das Heranrollen, Anhalten und Abfahren erfolgt elektrisch und nahezu geräuschlos. So werden jegliche Emissionen durch Leerlauf oder Anfahrt vermieden. Der Elektromotor mit einer maximalen Leistung von 120 kW sorgt beim Bremsen für die Rückgewinnung der Bremsenergie. Die Aufladung der leistungsstarken, wassergekühlten Lithium-Ionen-Eisenphosphat-Batterien erfolgt durch die Energie, die beim Betätigen der Motorbremse erzeugt wird.

In einem nächsten Schritt, der nicht mehr weit in der Zukunft liegt, könnte Aktiv-Bus Fahrzeuge mit Plug-In-Technologie anschaffen. Die werden nachts und an Haltstellen aufgeladen und können dann bis zu elf Kilometer komplett mit Strom fahren. In Hamburg wird derzeit ein Plug-in-Pilotprojekt vorbereitet und im Dezember seinen Betrieb aufnehmen. „Das“, so Hemkentokrax, „werden wir uns genau anschauen.“

Schon heute seien die 18 Meter langen Gelenkbusse bei der Langsamfahrt in der Fußgängerzone kaum zu hören. Die neuen Hybrid-Busse sind womöglich noch leise. Um Fußgänger zu warnen, greifen die Busfahrer auf eine ganze alte Technik zurück: Statt laut zu hupen, können sie leise, aber hörbar klingeln.

 

zur Startseite

von
erstellt am 05.Aug.2014 | 08:03 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen