zur Navigation springen

Entscheidung in Flensburg : Peelwatt neuer Klinik-Standort: „Jetzt fängt die Arbeit richtig an“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einstimmiges Votum bei einer Enthaltung für Peelwatt als Standort. Baldiger Start des Bauleitverfahrens geplant.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 16:50 Uhr

Flensburg | Ein „Jahrhundertprojekt“ sieht SSW-Fraktionsvorsitzende Susanne Schäfer-Quäck. Von einem „Stückchen Stadtgeschichte“ spricht SPD-Fraktionschef Helmut Trost. Einen „großen Tag“ konstatiert Arne Rüstemeier, der Flensburger CDU-Vorsitzende. Und das alles schon vor der Abstimmung. Die fiel am Donnerstag um 17.38 Uhr erwartet eindeutig aus: Ohne Gegenstimme sprach sich die Ratsversammlung für den Bereich Peelwatt als Standort für ein neues gemeinsames Krankenhaus von Diako und Maltesern aus. Lediglich Marc Paysen (WiF) enthielt sich der Stimme.

Eine kontroverse Diskussion blieb aus, es wurden lediglich unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. Alle Redner widmeten sich den Kleingärtnern, die ihre Parzellen – die Rede war von einem Kleinod – verlassen müssen, zum Teil nach 30 Jahren. Wie berichtet, könnte in unmittelbarer Nähe Ersatz durch eine neue Kolonie geschaffen werden. „Es gibt keinen Ersatz“, sagte dagegen Christian Dewanger (WiF). Die heutigen, besonders idyllischen Flächen seien nicht zu ersetzen. „Sie werden mit dem Verlust ihrer Gärten bezahlen“, so Dewanger, „sie leisten damit der Stadt einen Dienst.“ Er regte an, ihnen als Gegenleistung lebenslangen kostenlosen ÖPNV zu geben.

Der neue Standort für eine gemeinsames Krankenhaus in Flensburg.

Der neue Standort für eine gemeinsames Krankenhaus in Flensburg.

Foto: sh:z-Grafik Yalim
 

„Jetzt fängt die Arbeit richtig an“, mahnte Stadtplanungschef Peter Schroeders, dessen Abteilung viel Lob für einen ebenso schnellen wie transparenten Findungsprozess bekam. Sämtliche Konflikte seien im Zuge der Bauleitplanung zu lösen. Er verhehle nicht, dass es sich bei dem ausgesuchten Gelände um einen „hochwertigen Landschaftsraum“ handele. Das Thema Ausgleich habe man sich „groß auf die Fahne geschrieben“. Für Peelwatt hätten die Lage im Stadtgebiet, die Erschließungsoptionen, das Erweiterungspotenzial, die Minimierung der Eingriffe und das attraktive Umfeld gesprochen.

Sowohl Oberbürgermeisterin Simone Lange als auch Arne Rüstemeier erwähnten die Bürgersammlung im Mai dieses Jahres, bei der die entscheidende Wende vollzogen wurde. Er habe eine „Stimmung des Aufbruchs“ verspürt, so der CDU-Mann. Zuvor hatten Landesregierung und vor allem Krankenhausträger stets an den beiden Altstandorten festgehalten. Rüstemeier bedankte sich bei den zahlreichen Leserbriefschreibern, die sich seinerzeit nahezu ausschließlich und meist sehr gut begründet für einen gemeinsamen Krankenhaus-Neubau ausgesprochen hatten.

„Der Umgang mit den Kleingärtnern ist der Maßstab, an dem das ganze Projekt zu messen ist“, betonte Susanne Schäfer-Quäck. Die Grünen hatten und haben Naturschutzbedenken, gestand Ellen Kittel-Wegner. Dennoch begrüße man die Krankenhaus-Planung. Jochen Gurth bat bei den Kleingärtnern um Verständnis für die Entscheidung. „Die gute Gesundheitsversorgung der Bevölkerung hat Priorität.“

WiF-Mann Paysen ist grundsätzlich auch für das Krankenhaus-Projekt, hätte die Standort-Diskussion jedoch lieber in der Ratsversammlung als in der Lenkungsgruppe geführt.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen