zur Navigation springen

Flensburger Förde : Jetski-Unfall: Mann weiterhin in Lebensgefahr

vom

Zwei Jetski prallen auf der Flensburger Förde vor Sonwik zusammen. Ein Mann muss reanimiert werden. Er schwebt immer noch in Lebensgefahr.

Flensburg | Es war vermutlich nur eine winzige Unachtsamkeit, die Mittwochnachmittag zu einem schweren Unfall auf der Flensburger Förde führte. Zwei Jetski-Fahrer sind bei hoher Geschwindigkeit direkt vor der Mole Sonwik kollidiert, wodurch einer der beiden ins Wasser geschleudert wurde. Schwer verletzt wurde er eine gute Stunde später ins Krankenhaus gebracht. Auch am Tag nach dem Unfall kämpfen Ärzte weiter um das Leben des Mannes.

Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte in Sonwik viel Betrieb; ein Augenzeuge alarmierte sofort die Retter. Auf dem Wasser war das Folkeboot „Red Pearl“ ganz in der Nähe: „Die beiden Jetskis kreuzten meinen Kurs“, berichtet Skipper Christian Röhrig. Das Tempo schätzt er auf rund 80 Kilometer in der Stunde. Für ihn sah es nach einem Rennen der beiden Fahrer aus. Plötzlich habe der eine der beiden den anderen touchiert, woraufhin dessen Fahrer ins Wasser gestürzt sei. Er habe sofort die Segel herunter gelassen und sei zu der Unfallstelle gefahren, so Röhrig. Sehr schnell sei auch ein Boot der Firma „Seahelp“ vor Ort gewesen. Etwas später habe man die Rettungskräfte von der Betonbrücke beim italienischen Restaurant zur Unfallstelle gefahren. Der schwer Verletzte habe sich nicht mehr bewegt und mit dem Gesicht im Wasser gelegen. Daraufhin sei der Partner ins Wasser gesprungen und habe ihn so gedreht, dass er atmen konnte, so Röhrig.

Die beiden Jetski-Fahrer sind gute Bekannte. Der jüngere, 44 Jahre alte Mann, habe eingeräumt, den Unfall verursacht zu haben, sagte Jens Albert von der Flensburger Wasserschutzpolizei. Der Fahrer blieb nach ersten Erkenntnissen unverletzt. Bei dem älteren, rund 50 Jahre alten Mann, handelt es sich um einen bekannten Flensburger Gastronomen. Beide Fahrer sollen nur Badehose und Schwimmweste, jedoch keinen Helm getragen haben.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich schwierig. Offenbar hatten die Retter Probleme, den schwer Verletzten aus dem Wasser zu bergen. Er sei auf die Heckplattform des Polizeibootes „Duburg“ gehievt worden, sagt Albert, und zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ansprechbar gewesen. Bevor er ins Krankenhaus gebracht werden konnte, musste er minutenlang reanimiert werden.

Der Großeinsatz mit neun Fahrzeugen, 20 Rettern und einem Rettungshubschrauber, der einen weiteren Notarzt in Sonwik absetzte, sorgte für einen großen Menschenanlauf. Die Gäste des Restaurants wurden gebeten, die Terrassenplätze zu verlassen; das Personal hängte große blaue Tücher als Sichtschutz auf. Auch die Notärzte und Sanitäter arbeiteten auf der Brücke hinter Sichtschutz. Auf den Stegen der Marina, auf der Sonwik-Mole, auf den Balkonen der Wohnungen und auf dem Gehweg beobachteten zahlreiche Schaulustige das Geschehen, einige sogar mit Ferngläsern.

Die Wasserschutzpolizei hat noch am Mittwoch mit den Ermittlungen rund um den schweren Unfall begonnen. Nach ersten Erkenntnissen haben die beiden Jetski-Fahrer nicht gegen Vorschriften verstoßen. Nach Auskunft von Jens Albert gibt es für diese Fahrzeuge zwar eine Registrierpflicht. An der Unfallstelle gilt aber kein Tempolimit. Nur wenn Badende in der Nähe sind oder sein könnten, gelte eine Begrenzung auf 8 Kilometer in der Stunde, so Albert. Auch gibt es keine Pflicht, einen Helm oder eine Rettungsweste zu tragen.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Aug.2014 | 17:43 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen