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Grippe in Flensburg : Jeder Vierte im Rathaus ist krank

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Grippe-Welle legt seit Mitte Februar reihenweise Arbeitnehmer flach. Auch Schulen und Kitas in Flensburg sind arg dezimiert.

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 14:30 Uhr

Flensburg | Flensburg niest. Flensburg hustet. Flensburg hat Fieber. Auch in der Fördestadt hat die schwere Grippe Hochkonjunktur. Kitas, Schulen und Betriebe klagen über einen hohen Krankenstand. Die Wartezimmer der Ärzte sind überfüllt. Das geht jetzt seit drei Wochen so. Aktuell stagnieren die Zahlen auf hohem Niveau. „Anfang April sollte alles überstanden sein“, wird im Gesundheitshaus orakelt.

Böse erwischt hat es die Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Bei den dort Beschäftigten und Beamten sind etwa 25 Prozent erkrankt, in einzelnen Abteilungen sind es gar 40 Prozent, wie Stadtsprecher Clemens Teschendorf auf Anfrage berichtet. „Die verbliebenen Mitarbeiter müssen das nun kompensieren, die anfallenden Arbeiten verteilen sich auf wenige Schultern.“

Auch beim Gesundheitsamt registriert man einen „heftigen Verlauf“ der Krankheit. Während bei einigen Patienten nach frühestens vier Tagen das Gröbste überstanden sei, gebe es immer wieder auch langwierige Ausfälle mit Infektionen der oberen Atemwege und Lungenentzündungen. Allerdings, so heißt es, könnte jetzt der Höhepunkt der Grippe-Welle erreicht sein.

Das sieht auch der Allgemeinmediziner Walter Jesinger so. In seiner Praxis am Pferdewasser behandelt er täglich zehn bis 15 Patienten mit den bekannten Symptomen: Schlagartig auftretendes, hohes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Beim Kinderarzt Dr. Kersten Rosemann am Marrensdamm ist das Wartezimmer völlig überlaufen. „Wir haben bestimmt 30 Prozent mehr Patienten als üblich, sagt Rosemann, der letzte Woche selbst außer Gefecht gesetzt wurde – trotz Impfung! Er plädiert dennoch dafür, sich grundsätzlich gegen die Influenza impfen zu lassen (siehe Info-Kasten), was bei vielen Säuglingen eben nicht der Fall sei. Die prophylaktische Maßnahme empfehle sich ab einem Alter von sechs Monaten. „Sollte die ganze Familie betroffen sein, gibt es therapeutisch natürlich Probleme“, sagt der Mediziner. Er hat festgestellt, dass derzeit viele kleinere Kinder zu ihm kommen, nachdem es in den ersten Wochen vornehmlich Schulkinder erwischt habe.

Wie zum Beispiel Schüler der Grundschule Engelsby. Leiter Götz Buchgeister spricht von hohen Fehlzahlen, „in einigen Klassen bleibt jeder Dritte zu Hause, um sich auszukurieren“. An der Falkenbergschule jedoch sind die 200 Schüler lediglich zu fünf Prozent betroffen, im Kollegium sieht es ähnlich aus. Wolfgang Reinecker, stellvertretender Leiter der KTS, spricht von einem deutlich höheren Stand an Erkrankungen. „Letzte Woche waren wir teilweise um die Hälfte dezimiert. Stunden fallen aus oder werden verlegt, es sind viele Vertretungsstunden vonnöten.“ Auch die Fridtjof-Nansen-Schule registriert jeden Morgen aufs Neue viele Anrufe, Eltern melden ihre Kinder krank. „Doch die Zahlen sind leicht rückläufig. Wir haben die Situation ganz gut im Griff“, schallt es aus dem Sekretariat. Entwarnung auch am Fördegymnasium. Schulleiter Frithjof Höhnke: „Uns hat’s noch nicht umgehauen.“

 

 

 

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