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Flensburger Tageblatt

19. November 2017 | 17:16 Uhr

„Jeder Leerstand tut weh“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wolfgang Matthiessen will die alte Apotheke erhalten und dahinter den Supermarkt erweitern

shz.de von
erstellt am 18.Jun.2015 | 10:19 Uhr

Der bauliche Zustand der ehemaligen Kronenapotheke ist offensichtlich desolat. Das Gelände vor dem rund 300 Jahre alten Haus an der Rathausstraße wirke verschmutzt. Darauf wiesen Burkhard Repenning (LWL) und Sylvia Ullmer (SPD) in der Stadtvertretung hin. In Glücksburg werde vermutet, dass der neue Eigentümer das unter Denkmalschutz stehende Gebäude verkommen lassen wolle, um es abreißen zu können.

Das wolle er nicht, versichert Eigentümer Wolfgang Matthiessen: „Es wäre Sünde, wenn das Haus verfällt.“ Der Inhaber des Supermarktes am Schinderdam erklärt sogleich, warum er das Denkmal gekauft hat. Das 1500 Quadratmeter große Gelände biete die einzige Chance, sein Geschäft weiterzuentwickeln, um in 15 bis 20 Jahren noch eine leistungsfähige Nahversorgung erhalten zu können.

Nicht nur das undichte Dach für die 585 Quadratmeter, sondern auch die Elektrik und Teile des Heizsystems müssten erneuert werden. Plus Anstrich würde das – sehr knapp gerechnet – mindestens 500  000 Euro kosten. Gespräche mit drei Mietinteressenten seien fehlgeschlagen. Bei den möglichen Mieteinnahmen hätten sich Sanierungskosten in frühestens 49 Jahren amortisiert. Deshalb schlug Matthiessen der Unteren Denkmalschutzbehörde in Schleswig vor, den etwa 140 Jahre alten Anbau abzureißen und dafür das rund 300 Jahre alte Gebäude zu sanieren. Das habe die Denkmalpflege abgelehnt. „Nun steht das auf Warteposition bei mir“, sagt Matthiessen. Der Kaufmann hofft, jemanden zu finden, mit dem er die Investition tätigen kann. In ein leeres Gebäude zu investieren, mache keinen Sinn. „Wir brauchen jemanden, der es nutzt und Leben ’rein bringt.“ Jeder Leerstand in der Stadt tue ihm weh.

Matthiessen hat das Objekt Mitte Oktober für 180  000 Euro von der Stiftung Naturschutzbund übernommen, wie ihr Vorsitzender Christian Unselt sagt. Die Stiftung hatte das alte Haus mit dem halb so alten Anbau von der Ende 2013 verstorbenen Apothekerin Hildegard Knöll geerbt (wir berichteten).

Bürgermeisterin Kristina Franke teilte den Stadtvertretern auf Anfrage mit: Kreis-Denkmalpflegerin Christina Vesperinas y Jänsch wolle sich selbst ein Bild von der Lage machen.

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