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Arbeitsmarkt : Jeder dritte Betrieb sucht Mitarbeiter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hoch-Konjunktur im Norden: Der Arbeitgeberverband meldet die besten Frühjahrsumfrage-Ergebnisse seit zehn Jahren. 72 Prozent der vom Arbeitgeberverband befragten Unternehmen haben für 2015 steigende Umsatzerwartungen.

Flensburg | Eine erstaunliche Frühjahrsbelebung meldet die Wirtschaft zwischen Flensburg, Schleswig und Eckernförde: 72 Prozent der vom Arbeitgeberverband befragten Unternehmen haben für 2015 steigende Umsatzerwartungen. Weitere 14 Prozent gehen von gleichen Umsätzen aus; lediglich die restlichen 14 Prozent befürchten schrumpfende Umsätze. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis mit 59 Prozent positiven Umsatzerwartungen noch einmal deutlich übertroffen. „Das ist das beste Ergebnis einer Konjunkturumfrage, seitdem ich in Flensburg bin“, erklärte Geschäftsführer Fabian Geyer. Er führt den Arbeitgeberverband Flensburg – Schleswig – Eckernförde bereits seit 2005: „Es ist wirklich ein richtiger Aufschwung in der Region. Wir können für 2015 sehr optimistisch sein.“ Zu dem Ergebnis hätten keine Saison- oder Sondereffekte beigetragen.

Nicht ganz so euphorisch sind die Erkenntnisse der Exportwirtschaft. Hier erwarten 14 Prozent der Unternehmen noch bessere Geschäfte, 72 Prozent gehen vom Vorjahresniveau aus. Hier spielten sicher die ungünstigeren Vorzeichen aus Asien eine Rolle sowie die Unsicherheit der Ausfuhren nach Russland und in die Ukraine. „Wir sehen aber eine deutliche konjunkturelle Verbesserung in den USA und eine gute Nachfrage auf dem europäischen Markt“, erklärte Geyer. Die Abhängigkeit von China sei weniger stark als vielfach befürchtet.

Ein deutliches Plus wiederum steht hinter der Investitionsneigung der regionalen Arbeitgeber. Insgesamt 48 Prozent, also fast die Hälfte, wollten mehr investieren als im vergangenen Frühjahr, 40 Prozent weniger und zwölf Prozent auf Vorjahresniveau. Wobei den Arbeitgeber-Verbands-Chef vor allem die Investitionsziele hoffnungsvoll stimmen: „Es gibt eine deutliche Verschiebung in den Bereich der Erweiterung.“ 28 Prozent der Firmen wollten expandieren, lediglich 20 Prozent rationalisieren. Und dort, wo rationalisiert werde, gehe es nicht um Personal: „Es geht um die Straffung von Arbeitsprozessen und darum, sich für die Zukunft zu wappnen.“

Da ist es fast schon folgerichtig, dass die Antworten zur Personallage ebenfalls positiv ausfallen: 32 Prozent, also fast jeder dritte Betrieb, sucht mehr Personal, lediglich 7 Prozent wollten reduzieren: „Wir haben einen gut in Bewegung befindlichen Arbeitsmarkt“, erklärt Fabian Geyer. Es gebe keinen flächendeckenden Arbeitskräftemangel: „Bei uns ist es tatsächlich ein nachhaltiger Aufschwung.“ Auch aus der Arbeitsvermittlung gebe es die Signale, dass die Menschen wieder schnell in Arbeit gelangten.

Auch die traditionell schon starken Ausbildungsaktivitäten werden noch einmal erhöht: 16 Prozent der Arbeitgeber wollen 2015 mehr ausbilden, 71 Prozent das Niveau halten und 13 Prozent weniger ausbilden.

Daneben hat der Arbeitgeberverband diesmal das Thema Mindestlohn abgefragt. Ergebnis: Der Mindestlohn ist relevant. „65 Prozent der Unternehmen haben sich mit dem Mindestlohn beschäftigen müssen.“ So einen hohen Wert habe er nicht erwartet.

 

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erstellt am 14.Apr.2015 | 08:15 Uhr

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