Seekayak-Tour : Jeden Tag ein Marathon übers Meer

flatholmen fyr - foto sebastian ho¦êfer
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Der Flensburger Student Eike Köhler ist mit dem Seekayak von Bergen nach Göteborg gepaddelt und hat einen Film darüber gedreht.

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05. Januar 2015, 12:00 Uhr

„Jeden Tag einen Marathon“, haben Eike Köhler und Sebastian Höfer absolviert. Allerdings nicht an Land, sondern auf dem Meer. Der 21-jährige Student und der 32-jährige Heizungsbaumeister sind im vorigen Jahr vom norwegischen Bergen nach Göteborg gepaddelt – 1000 Kilometer, 24 Tage lang, mal sieben, mal elf Stunden täglich je nach Wind. Für den jungen Kieler war das nicht die erste große Tour. Die hat er nach dem Abitur im vorigen Jahr in Angriff genommen – und natürlich gepackt: 1800 Kilometer von Göteborg nach Helsinki.

2014, sagt Eike Köhler, hatte er erneut Zeit für ein solches Abenteuer und entschied sich beinahe spontan drei Wochen vor Abreise dafür. „Die Landschaften in Norwegen und Schweden sind ein Traum für uns Kayak-Fahrer“, schwärmt er. Davon können sich Cineasten überzeugen. Denn der Medien-Informatik-Student an der Fachhochschule Flensburg hat während der Reise gefilmt und die rund 70 Minuten Film „Into the waves“ genannt.

Tatsächlich sind die beiden paddelnden Protagonisten in hohe Wellen geraten. „Die wären für Anfänger lebensgefährlich“, sagt Eike Köhler. Wenn man kentere und gegen die Felsen gedrückt werde, müsse man wissen, was man tut. Beide seien das ganze Jahr über unterwegs, spricht Köhler auch für Höfer, auch „wenn’s rau und windig“ sei. „Wir sind trainiert in Sicherheitstechniken“, beruhigt der 21-Jährige, der seit seiner Kindheit paddelt, in der Schule die Kanu-AG besuchte und seine Fähigkeiten im Kieler Kanu-Club verfeinern ließ. Dort lernte er auch seinen Kompagnon Sebastian Höfer kennen.

Nachdem sämtliche Karten ausgedruckt und Lebensmittel eingekauft waren, ging es für die jüngste Tour mit dem Auto zunächst nach Dänemark. „Man kriegt mehr unter als in einem Wanderrucksack. Und das Gute ist: Man muss das nicht auf dem Rücken tragen“, sagt Eike Köhler über den Stauraum in den etwa fünf Meter langen Seekayaks. In Hirtshals luden die beiden Abenteurer ihre schnittigen Gefährte auf Bootswagen. Damit könne man sie „wie Rollkoffer auf die Fähre ziehen“, vergleicht der Student. An Bord kamen sich die beiden Norddeutschen wie „Riesen-Exoten“ vor. Im Industriehafen von Bergen in Norwegen suchten sie dann einen Platz, wo sie mit ihren Kayaks gut zu Wasser gehen konnten. Mittels Google hatte sich Köhler vor der Abreise zumindest schon mal einen Eindruck der Gegebenheiten verschafft.

Dann ging’s auf große Fahrt. Der Flensburger Student erinnert sich an Momente wie am Oslo-Fjord, als die beiden „engen Kontakt“ zu Fähren hatten, zumindest die Passagiere freundlich grüßten und die beiden Paddler sich winzig inmitten der großen Schiffe vorgekommen sein dürften. Alle vier Tage kehrte das Duo in den Hafenshops zum Einkaufen ein. Unterwegs sahen sie Schweinswale, Seehunde, Seeadler. Anders als Touristen, die über Land kamen, sind die beiden die 600 Meter auf das Plateau Preikestolen in Norwegen geklettert, erzählt Eike Köhler. Sie haben Fischer getroffen, selbst geangelt und den Fang auf dem Feuer gebrutzelt. „Das Beste war das Abendprogramm“, sagt der Student im Rückblick und denkt auch an Sonnenuntergänge. Einige Filmminuten von „Into the waves“ führen auch nach Amrum und Korsika. Vom Abenteuer Göteborg-Helsinki im Jahr 2013 hat der künftige Medieninformatiker ebenfalls einen Film gemacht. Der lief damals im ausverkauften Studio-Kino in Kiel. Dieses Mal, so freut sich der Filmer, habe er mit neuer Ausrüstung gedreht. Es gehe ihm nicht um Kommerz, sondern darum, die Leute zu inspirieren. In diesem Monat ist es soweit.


Vorführungen von „Into the waves“: 11. Januar um 11 Uhr im Studio-Kino in Kiel; 17. und 18. Januar um 14 Uhr im Kino 51 Stufen in Flensburg. Der Eintritt kostet 5 Euro (Studenten zahlen 4 Euro), und die Karten können ab jetzt bei den Kinos und bei „Kajak und Meer“ gekauft werden. www.baltic-surge.de


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