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Europa-Universität Flensburg : Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Wir bekennen uns zu Europa“: Werner Reinhart, Präsident der Europa-Universität Flensburg, begrüßt über 1600 Erstsemester.

Kaum war der Schweiß der Handballrecken der SG Flensburg-Handewitt getrocknet, wurde es akademisch auf dem Parkett. Bei der Erstsemesterbegrüßung hieß Werner Reinhart, Präsident der Europa-Universität, gestern 1654 Studienanfänger willkommen – ein neuer Rekord. Und nicht nur das: „Erstmals ist damit die Zahl der Studierenden auf über 5000 angestiegen“, freute sich Reinhard.

Das Erste, was die Novizen bei ihrer Uni-Premiere lernten, war das „akademische Viertel“ – die Veranstaltung begann pünktlich 15 Minuten zu spät, was Ex-Rektor Heiner Dunckel zu der Bemerkung veranlasste, diese Form der Verspätung sei bei Studenten offenbar „genetisch programmiert“.

Doch dann ging es schnell zur Sache. Grün gewandete Unistarter, die ihren neuen Kommilitonen genauso wie die zahlreichen Fachschaftsvertreter zur Seite stehen werden, ließen es ploppen. Ein Hauch von Pils und Alster durchzog die Halle und machte dem Namen Flens-Arena alle Ehre. „Willkommen an Bord“, hieß es auf einem großen Transparent, willkommen nicht nur zu Vorlesungen, Kursen und Klausuren, sondern auch zur zu kulturellen und sportlichen Veranstaltungen, zur Brauerei-Besichtigung – und letzlich auch zur Erstsemester-Party am Mittwoch im Deutschen Haus.

Für alles gibt es ein erstes Mal. „Etwas, das ich in meinem Alter nicht mehr so oft erleben darf“, sagte Reinhard. „Sie sind die ersten Erstsemester“, rief er ins Auditorium, „die ihr Studium an der im Juni ausgerufenen Europa-Universität Flensburg beginnen. Das ist für Sie wie für uns ein erheblicher Entwicklungsschritt.“

Die Uni im Wandel. Mit dem neuen Namen soll eine zunehmend internationale Ausrichtung einhergehen – nicht nur in den Management-Studiengängen, sondern auch bei den Vermittlungswissenschaften, in denen Auslandserfahrungen angeboten werden und ausdrücklich erwünscht sind. Reinhart verwies auf neuen Studiengänge, wie den bildungswissenschaftlichen Masterstudiengang „Education in Europe“ oder das Europa-Semester im Bachelor-Studium. „Wir laden Sie herzlich ein, ein Semester im Ausland zu studieren oder ein Praktikum zu absolvieren.“ Der studierte Literaturwissenschjaftler griff in seiner Begrüßung auf Zitate von Hermann Hesse, Samuel Beckett und Wolf Biermann zurück, ermunterte die Neuankömmlinge zu experimentieren, zu kooperieren und sich einzumischen. Ihnen stehe „die tollste Zeit“ ihres Lebens bevor. „So viel Freiheit werden sie nie wieder haben.“

Viele von ihnen stammen nicht aus Schleswig-Holstein. Wie etwa der 19-jährige Felix aus Schwerin, den wie viele andere nicht nur die Fördestadt, sondern auch die Nähe zur Ostsee und Skandinavien angelockt hat. „Sie haben sich nicht nur für einen ausgezeichneten Hochschulstandort, sondern auch für ein Stück Lebensqualität entschieden“, befand Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar. Die Bedeutung Flensburgs als Hochschulstandort sei kontinuierlich gestiegen.

Sabine Kröger, Leiterin der Zentralen Studienberatung, wünschte den Erstis „für Ihre Studierendenboote allzeit Rückenwind“ und rief sie dazu auf, sich Unterstützung zu holen. Hanna Winckler, stellvertretende Leiterin des Sportzentrums, warb für den Hochschulsport: In einem aktuellen Ranking belegt das Sportzentrum der Uni mit 800 Quadratmetern Fläche, 200 Kursen, 50 Sportarten und ausgezeichneter Betreuung den zweiten Platz.

Dorle Hammerich (22), die ihr Studium in Augsburg begonnen hatte, fühlte sich gleich wie zu Hause. Im Süden habe ihr die frische Luft gefehlt. Die wird sie hier genauso genießen wie Lea Delz (21) aus Kiel: „Flensburg ist eine schöne Stadt, und nur hier kann ich innerhalb Schleswig-Holsteins Sonderpädagogik studieren.“ Auch Nora Krieger aus Neumünster fühlt sich bestens aufgehoben. Sie hat bereits Erfahrungen an der Kieler Uni hinter sich. „Dort hat es mir nicht gefallen. Zu unpersönlich. An Flensburg mag ich das Beschauliche – und wir sind sehr herzlich aufgenommen worden.



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erstellt am 21.Okt.2014 | 07:03 Uhr

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