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Schlaglöcher : Jede vierte Straße ist kaputt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburgs Straßennetz ist zu großen Teilen ein Sanierungsfall. Nach jahrelanger Flickschusterei droht fast einem Drittel des Straßen- und Wegenetzes der Wiederaufbau.

Flensburg | Es ist nicht nur subjektiv so, auch objektiv ist Flensburgs Straßennetz zu großen Teilen ein Sanierungsfall. Das weist der Straßenzustandsbericht aus, den das Technische Betriebszentrum (TBZ) heute um 16.30 Uhr in der öffentlichen Sitzung seines Verwaltungsrates präsentieren wird.

Das TBZ hatte Ende Oktober vergangenen Jahres das komplette Flensburger Streckennetz von einer Kempener Spezialfirma scannen lassen. Die Erkundungsfahrt über 300 Kilometer, auf denen hochauflösende Spezialkameras die Beschaffenheit des Straßennetzes dokumentierten, ist jetzt ausgewertet und dürfte heute für Diskussionen sorgen. Nach jahrelanger Flickschusterei droht fast einem Drittel des Straßen- und Wegenetzes der Wiederaufbau. Ein Drohungs-Szenario deshalb, weil für die abzusehende, viele Millionen Euro teure Sanierung der maroden Flensburger Straßen auch die Idee durch die Verwaltung geistert, die Anlieger an der Rechnung zu beteiligen.

Die gute Nachricht zuerst: 10 bis 12 Prozent der 816 untersuchten Straßen sind in einem sehr guten bis guten Zustand. Und jetzt ein paar schlechte Nachrichten: 23 bis 25 Prozent werden als mangelhaft bis ungenügend eingestuft und auch das Mittelmaß zeigt bedrohliche Tendenzen. Im Flensburger Straßenranking, das sich am Schulbenotungssystem orientiert, gilt für Straßen ab Note 4,5: „Es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Straßen nicht mehr zu sanieren sind. Die Straßen sind komplett wiederherzustellen.“

Diese Kandidaten sind zwar in der Gruppe der am schlechtesten benoteten Straßen enthalten. Alarmierend aber ist die große Gruppe der noch als ausreichend bewerteten Straßen, denen man nicht mehr allzu viele Frost- und Schneewinter zumuten sollte: Sie stellen mit 18 Prozent einen veritablen Teil des Kuchens und dürften die nächsten sein, die in die Kategorie mangelhaft rutschen. Die Begutachtung berücksichtigte auch die Straßenqualität in Bezug auf die Länge im Straßennetz. In dieser Kategorie kam es überwiegend zu Übereinstimmungen. Sprich: Die 25 Prozent der katastrophalen Straßen entsprechen auch 25 Prozent der Flensburger Straßenkilometer.

Es war schon schlimmer. Nach den Frostwintern mit verheerenden Frostschäden in den Perioden 2009/2010 und 2010/2011 wurde mit Fördermitteln des Landes im Straßennetz schon kräftig saniert. 2013 wurde in Teile der Osttangente, Husumer Straße, Schleswiger Straße investiert, 2014 ging es auf der Westlichen Höhe weiter, 2015 hat das Technische Betriebszentrum weitere Schwerpunkte im Programm. Nach Angaben von Barbara Hartten, Leiterin der technischen Betriebssteuerung im TBZ, wird in diesem Jahr unter anderem im Bereich Apenrader Straße, Hafendamm, Nordstraße, Osttangente (Auffahrt Schleswiger Straße), Lilienthalstraße und Ochsenweg mit Förderung des Landes in Höhe von 750  000 Euro saniert. Aus dem laufenden Haushalt, so Hartten, stehen dem TBZ zur Unterhaltung der Straßen und Radwege aktuell jährlich 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.

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erstellt am 04.Feb.2015 | 12:15 Uhr

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