Hafenfest in Flensburg : Jahrmarkt-Trubel und alte Schiffe

Prächtiges Panorama: Das Riesenrad ist das weithin sichtbare Symbol des großen Hafenfestes, das immer auch viel Jahrmarkt-Atmosphäre mit sich bringt. Fotos: Dewanger
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Prächtiges Panorama: Das Riesenrad ist das weithin sichtbare Symbol des großen Hafenfestes, das immer auch viel Jahrmarkt-Atmosphäre mit sich bringt. Fotos: Dewanger

Zwölftes Dampf-Rundum mit guter Resonanz, gutem Wetter und guter Musik – aber mit deutlich abgespecktem Programm

shz.de von
13. Juli 2015, 07:32 Uhr

Die schwarzen Wölkchen über dem Hafen und das weithin hörbare Tuten in mehreren Ton- und Höhenlagen machen das Dampf-Rundum zu einem Erlebnis für fast jeden Flensburger: „Wir haben wohl auch in diesem Jahr die 350  000 erreicht“, sagte Michael Reinhardt von der Veranstalter-Firma „Volldampf“ gestern in einer ersten Bilanz an Deck des Feuerschiffs „Elbe 3“. Und das, obwohl das landseitige Programm in diesem Jahr deutlich abgespeckt war, was hier und da auch zu kritischen Tönen bei der Beurteilung der zwölften Ausgabe des Dampfertreffens führte.

Bei fast durchgehend trockenem Wetter mit vielen Sonnenstunden strömten Flensburger und Besucher in Massen an den Hafen. Die sieben Dampfschiffe boten pro Tag zusammen 28 Rundfahrten an. Die seien gut angenommen worden, so Reinhardt; auch gestern drängten sich Menschen vor der Fahrkartenbude und sondierten Abfahrtszeiten und Fahrpreise. Die Schiffe werden für die Dauer des Festes von „Volldampf“ gechartert; mit den Einnahmen aus dem Ticketverkauf refinanziert Reinhardt teilweise die Charterkosten.

Die Schiffe hatten zum Teil lange Anreisen zu bewältigen – zum Beispiel aus Norwegen „Børøysund“. Die „Skjelskør“ aus Frederikssund musste in Faaborg vor dem Sturm Schutz suchen und kam deshalb erst am Sonnabend in Flensburg an. Auf Wunsch des „Alexandra“-Vereins als eigentlicher Gastgeber des Dampf-Rundums habe er diesmal nur Dampfschiffe eingeladen, so Reinhardt; eine Ausnahme war die „Elbe 3“. Den Verzicht auf einen Teil des landseitigen Dampf-Rundums erklärte Reinhardt mit einem Bündel an Begründungen: Da die Stadt die Hafengleise mit Bitumen gefüllt habe, können die Lokomotiven den Pendelverkehr zu den weiter nördlich liegenden Flächen nicht mehr durchführen. Eine Verlagerung dieser sehr populären Exponate und Vorführungen wäre zu Lasten von Verkaufsständen gegangen; die benötige man aber, um mit den Standgebühren das Gesamtevent finanzieren zu können. Außerdem hätte es Probleme mit den Emissionen der zahlreichen kleineren Dampfmaschinen geben können. Das Fehlen dieses Teils wurde bei Befragungen immer wieder kritisch erwähnt – dadurch würde der Eindruck eines „Jahrmarkts mit Schiffen“ entstehen. Karussells und Verkaufs- sowie wie Ess- und Getränkeständen dominierten deutlich die Dampfermeile. Im Hof des Schifffahrtsmuseums gab es aber ein sehr großes Hafenmodell mit spannenden, kommentierten Vorführungen.

Immer schon ist das Dampf-Rundum auch ein kleines Kulturfestival gewesen. In diesem Jahr stellte der Musiker-Stammtisch das Programm zusammen und organisierte es völlig eigenständig. Das Spektrum reichte von der Newcomerband „Scope“ über den begeistert aufgenommenen Auftritt von Simon Glöde samt Band bis hin zum professionellen, mitreißenden Auftritt der Bigband „Soulution“.

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