Jagel ist bereit für den Euro-Hawk

Bundewehr, Behörden und Baufirmen haben an einem Strang gezogen, um die Infrastrukturmaßnahmen für die Einführung der unbemannten Luftaufklärung in Jagel schnell abzuschließen. Zur offiziellen Übergabe kamen Vetreter aller beteilgten Partner, darunter  der Kommodore des AG 51, Hans-Jürgen Knittlmeier, Dr. Monika von Hassel und Brigadegeneral Dieter Dammjacob (ab 3. v.l.). Foto: windmann
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Bundewehr, Behörden und Baufirmen haben an einem Strang gezogen, um die Infrastrukturmaßnahmen für die Einführung der unbemannten Luftaufklärung in Jagel schnell abzuschließen. Zur offiziellen Übergabe kamen Vetreter aller beteilgten Partner, darunter der Kommodore des AG 51, Hans-Jürgen Knittlmeier, Dr. Monika von Hassel und Brigadegeneral Dieter Dammjacob (ab 3. v.l.). Foto: windmann

Infrastruktur für unbemannte Luftaufklärung auf dem Jageler Flugplatz fertiggestellt / Baukosten um 2,5 Millionen Euro niedriger als geplant

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19. Mai 2011, 06:38 Uhr

Jagel | Es hatte ein bisschen etwas von kollektivem Schulterklopfen, als das Aufklärungsgeschwader (AG) 51 "Immelmann" jetzt zum offiziellen Abschluss der ersten Infrastrukturmaßnahmen für die bevorstehende Einführung der unbemannten Luftaufklärung eingeladen hatte. Denn immer wieder wurde die "beispielhafte Zusammenarbeit", das "reibungslose Miteinander" und die "gute Kommunikation" aller Partner betont, die an dem millionenschweren Bauprojekt beteiligt waren.

Tatsächlich sind die umfangreichen Baumaßnahmen auf dem Flugplatz von der ersten Planung (November 2008) bis zur Fertigstellung (April 2011) ungewöhnlich schnell über die Bühne gegangen. Das unterstrich auch Luftwaffen-Brigadegeneral Dieter Dammjacob, der eigens zur offiziellen Übergabe nach Jagel gekommen war. "Ich bin wahnsinnig beeindruckt, was hier in den letzten Jahren passiert ist", sagt er.

Blickfang in einer ganzen Reihe neuer Infrastrukturmaßnahmen ist die große Instandsetzungshalle, in der der Euro-Hawk, der spätestens im Frühjahr 2012 in Jagel erwartet wird, mit seinen fast 40 Metern Spannweite bequem Platz findet. Der Halle angegliedert ist ein Techniktrakt, von dem aus unter anderem in Zukunft die Piloten vom PC aus die unbemannten Flieger steuern werden. Insgesamt hat der Baukomplex, der sich durch seine geschwungene Form und den teilweise weinroten Anstrich deutlich von der sonst oft üblichen Bundeswehr-Architektur abgrenzt, 9,5 Millionen Euro gekostet. "Und damit gut 2,5 Millionen weniger als ursprünglich für den Bau genehmigt wurden", wie Wilhelm Jäke, Projektleiter von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) mit "Blick auf die Steuerzahler" betont.

Rund eine Million Euro wurden zudem in den Bau eines sogenannten Start- und Landeelementes investiert, die notwendige Verlängerung einer der beiden Landebahnen hat rund 15 Millionen gekostet. Weitere rund sieben Millionen Euro gingen in den Bau des Rollfeldes, das als Verbindung zwischen Halle und Startbahn dient. Schließlich wurde für fünf Millionen Euro ein neues IT-Leitungsnetz auf dem Flugplatz installiert. Dies dient dazu, die Datenmengen, die vom Euro-Hawk erfasst werden, in Höchstgeschwindigkeit von Jagel aus zu den Auswertungs-Stationen in Nienburg (Niedersachsen) zu senden.

"Die Fertigstellung all dieser Baumaßnahmen ist nicht nur ein Meilenstein für den Standort Jagel, sondern auch für die Luftwaffe und die Bundeswehr allgemein", meinte Dammjacob zum Ende seiner Ansprache. Dabei habe das AG 51 die Rolle als Heimathafen der unbemannten Fliegerei, mit der die Luftwaffe in ein völlig neues Zeitalter aufbreche, inne, erklärte der Brigadegeneral. Und dass die Verwirklichung dieses "Meilensteinprojektes" so schnell über die Bühne gegangen sei, zeige, welch große Bedeutung Jagel und dem Euro-Hawk im Gesamtplan der Luftwaffe zukomme.

Diesen Eindruck bekräftigte auch noch einmal der Kommodore des AG 51, Oberstleutnant Hans-Jürgen Knittlmeier. "Die Zukunft der Luftaufklärung ist mit der Fertigstellung der Baumaßnahmen endgültig eingeläutet. Der Euro-Hawk könnte schon morgen kommen. Wir sind vorbereitet", sagte er. Tatsächlich landet der erste Flieger dieser Art, der zurzeit noch in den USA getestet wird, erst am 30 Juni im bayerischen Manching. Nach einer weiteren Testphase und einer technischen Umrüstung wird er schließlich im April 2012 in Jagel erwartet. Nach aktuellem Planungsstand soll er dort auf lange Sicht allerdings nicht alleine bleiben. Langfristig ist ab 2015 die Stationierung von bis zu neun Systemen auf dem Fliegerhorst geplant.

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