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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 02:03 Uhr

Glücksburg : Ist die Seebrücke noch zu retten?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Eine Sturmflut hat dem Anleger in Glücksburg stark zugesetzt.

Glücksburg | „Die Bodenbretter wurden erst von der Sturmflut hochgedrückt und haben sich dann an anderen Stellen wieder abgesenkt“, beschreibt Strandhotel-Direktor Markus Schiller die Schäden an der Glücksburger Seebrücke, die zum Hoteleigentum gehört. Pessimistische Stimmen aus der Nachbarschaft sprechen von einem „Totalschaden“. Schiller geht davon aus, dass sich die Brücke instandsetzen lässt.

„Entscheidend ist, was mit den Pfeilern passiert ist“, sagt er. Noch in dieser Woche soll eine Firma die Bodenbretter hochnehmen und schauen, wie es um die Pfeiler bestellt ist. Die letzten 33 Meter müssten die Brückenpfeiler intakt sein, denn dort sind 1998 Betonpfeiler in Stahlrahmen eingesetzt worden. Kritisch sind möglicherweise die ersten 60 Brückenmeter, die noch Holzpfeiler tragen. Die Brücke ist Baujahr 1902, wurde 1927 verändert, 1966 grundsaniert und 1998 noch einmal renoviert. Schiller beschäftigt sich seit Sturm Axel am 4. Januar eingehend mit dem Thema. Denn das Strandhotel muss für den Schaden gerade stehen. „Eine Versicherung für so einen Fall gibt es nicht“, sagt er. Und bei Privateigentum gebe es auch keine Bundesmittel aus dem Katastrophenfonds.

Auf 250  000 Euro taxieren die ersten Schätzer die Schadenssumme. Ausgaben, die nicht vorgesehen waren. Eigentlich sollten jetzt Bagger anrücken, um den Aus- und Umbau des Strandbistros „Sandwig“ zu beginnen – vorgesehene Dauer: zwei Monate, veranschlagte Kosten: 450  000 Euro. „Wenn wir nicht spätestens im März anfangen, müssen wir den Umbau um ein Jahr nach hinten schieben“, sagt Schiller. Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus müsste zunächst das Bistro fertiggestellt werden, um durch diese Einnahmen die Brückensanierung zu finanzieren. Andererseits kämen viele Bistro-Gäste mit dem Dampfer MS Viking aus Flensburg und landeten an der Brücke an. Das Schiff legt im Sommer täglich im zwei-Stunden-Takt in Glücksburg an. Die Viking Schiffsbeteiligungs GbR ist Pächter der Brücke und hat ebenfalls Ansprüche.

Ein Sommer ohne funktionierende Brücke wäre „fatal“, sagt Gorm Casper von der Tourismusagentur Flensburger Förde. Casper hat Hilfe bei der Erstellung von Bau- und Förderanträgen zugesagt. „Wir könnten den Bauantrag beim Kreis und im Landesbetrieb für Küstenschutz ganz schnell durchbekommen“, verspricht er. Die Brücke soll dann „schicker“ und besser hinsichtlich der Barrierefreiheit werden.

Was hingegen mit dem stillgelegten Aussichtsturm der DLRG passiert, der sich auf der Brücke befindet, ist ungeklärt. Der Turm gehört der Stadt. Laut Glücksburgs DLRG-Chef Horst Petersen stehen rund 10  000 Euro für eine Sanierung bereit. „Aber das reicht nicht, weil nicht nur die Aufbauten marode sind, sondern auch die vier Grundpfeiler“, so Petersen. Eine Sanierung des Turms fände er wichtig wegen der besseren Sicht auf die Badestelle. Sein zweiter Wunsch ist schon seit längerer Zeit eine Dienstwohnung für Rettungsschwimmer, die nicht in der Region zu Hause sind.


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