Flensburger Einkaufskomplex : Investoren streiten um den Hafermarkt

Abstellflächen zu verkaufen. Noch wirkt der Platz unsortiert.
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Abstellflächen zu verkaufen. Noch wirkt der Platz unsortiert.

Iwersen-Gruppe hält Neubauplanung für erledigt - die Hafermarkt-Projektgruppe sieht keine Entscheidung

shz.de von
11. Januar 2017, 07:36 Uhr

Die Chance auf einen Neuanfang am Hafermarkt droht in einem handfesten Streit zweier Investorengruppen unterzugehen.

Seit Jahren zogen aus dem Komplex im Winkel obere Angelburger Straße und Johannisstraße die Mieter aus. Ein Textilanbieter und Aldi hielten dem Standort die Treue. Unter Supermarktketten auf der Suche nach einem Standort galt der Hafermarkt als nicht mehr zeitgemäß. Und so kam die Lösung für die Bebauung ins Gespräch, die an anderen Standorten oft praktiziert wurde: Abriss und Neubau in zeitgemäßer Form. Es galt auch, dieser Ecke des Hafermarktes das Schmuddel-Image zu nehmen.

Mehrere Anteilseigner beauftragten die Flensburger Iwersen-Gruppe – Projektentwickler und klassischer Verwalter – mit der Planung, die für den Komplex eine neue Zukunft bringen sollte. Als Mieter kamen Rewe und Aldi ins Gespräch.

Doch bei den Eigentümern des Komplexes änderte sich die Meinung und ihre Anteile gingen an die Hafermarkt-Projektgruppe (Densch-Gruppe). Die Iwersen-Gruppe zog daraus die Schlussfolgerung, dass die Neubauplanung am Ende ist. Er gehe von einer Erhaltung des Komplexes, einer Renovierung des Gebäudes und einer Neuvermietung aus.

„Stimmt ganz und gar nicht“, widerspricht Oliver Densch als Mitgeschäftsführer der Hafermarkt-Projektgruppe. Eine Entscheidung zwischen Abriss und Erhaltung sei unter den Teilhabern noch völlig offen. „Zur Zeit holen wir gerade die Preise ein.“

Doch jetzt sorgt ein neues Phänomen für Rätselraten. Bewohner im Umfeld des Hafermarktes zogen vor kurzem ein Flugblatt aus ihren Briefkästen. Überschrieben mit dem in Rot gedruckten Wort Schluss hieß es weiter „mit der Parkplatznot im Bereich Hafermarkt.“ Und weiter: „Wir verkaufen (Tiefgaragen) Stellplätze.“ Der nächste Satz sollte Knappheit signalisieren und eine schnelle Reaktion möglicher Käufer auslösen: „Bitte schnell Kontakt aufnehmen, die Anzahl ist begrenzt.“

Mit einem Klarnamen trat der Verfasser des Flugblattes nicht auf. Als E-Mail-Adresse wurde genannt „immo-gbr@t-online.de“. Und der Zettel trägt eine Mobil-Telefonnummer. Bei der Anwahl gibt sich der Mitarbeiter als Angehöriger der Flensburger Iwersen-Gruppe zu erkennen.

Interessenten am Kauf eines Stellplatzes sondierten in Gesprächen, dass der Platz für ein Auto 5000 Euro kosten soll und im Grundbuch eingetragen wird.

Auf die Schlussfolgerung interessierter Nachbarn, damit hätten sich dann ja wohl die früheren Abrisspläne erledigt, kam die zweideutige Antwort: Es werde lediglich eine Flächenoptimierung stattfinden.

Marco Iwersen, Chef der Iwersen-Gruppe, bestätigt die Bemühungen, Stellplätze in der Tiefgarage und auf dem Hof des Komplexes zu verkaufen. Nach seiner Schilderung sind Anteile der Tiefgarage bei den verschiedenen Verkäufen in den Besitz der Gruppe gekommen.

Er weist allerdings auf die Besonderheit hin, dass die Stellplätze nicht direkt den Besitzern zugeordnet werden. Das heißt, es wird nicht möglich sein, ein Schild mit der Autonummer des Stellplatz-Käufers an die Wand zu schrauben und so alle anderen Autofahrer fernzuhalten.

Werden denn nicht künftige Mieter darauf drängen, dass Stellplätze für die Kunden ihrer Läden freigehalten werden? Hier rechnet Iwersen damit, dass Käufer der Abstellflächen morgens die Plätze verlassen, die dann tagsüber Einkäufern zur Verfügung stehen. Nach Geschäftsschluss wandele sich die Situation zugunsten der Stellplatzkäufer, fänden die einen Platz für ihr Auto.

Marco Iweren räumt ein, dass der Hof mit seinen Parkplätzen jetzt einen „eher wilden Eindruck“ macht. Grund sei, dass die Schranke an der Einfahrt nicht funktioniere und wild geparkt werden könne. Mit der Renovierung werde auch die Schranke wieder funktionieren.

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