Glücksburg : Intermar-Sanierung hat begonnen

Mehrheits-Eigner des ehemaligen Hotelgebäudes ist die Intermar-Holding. Privaten Eigentümern gehören rund 50 Wohnungen.
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Mehrheits-Eigner des ehemaligen Hotelgebäudes ist die Intermar-Holding. Privaten Eigentümern gehören rund 50 Wohnungen.

Die Leitungen für Strom, Wasser und Heizung des ehemaligen Hotels werden erneuert. Der Mehrheits-Eigner plant Investoren-Modell mit neuen Suiten als Kapitalanlage.

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07. Januar 2017, 12:00 Uhr

Glücksburg | Da staunten einige Spaziergänger nicht schlecht. Auf einmal fehlten im früheren Intermar-Hotel einzelne der großen Fenster im ersten Stock. Handwerker hantierten mit sperrigem Material. „Ja, es tut sich tatsächlich etwas im Intermar“, bestätigt Stefan Densch, Geschäftsführer der Intermar-Holding, die mit etwa 75 Prozent Mehrheits-Eigner des Gebäudes ist. Für eine anstehende Sanierung des gesamten Leitungsnetzes im Hause – Wasser, Strom und Heizung – wurden Vorkehrungen getroffen, so Densch.

Anschließend will seine Firma in der ersten Etage im vorderen Bereich Suiten von rund 70 bis 110 Quadratmetern bauen. Im rückwärtigen Gebäudeteil wird es Abstellräume geben. Im Zuge der weiteren Sanierung sollen im Erdgeschoss eine Gastronomie und Veranstaltungsflächen entstehen, so Densch. Ein Betreiber für diese Flächen stehe noch nicht fest. Die Glücksburger und ihre Gäste würde es freuen, wenn das unansehnlich gewordene 70er-Jahre-Gebäude im Herzen ihres Kurviertels wieder nutz- und vorzeigbar wäre.

Seit 2010 ist das Gebäude für die Öffentlichkeit geschlossen. Neben dem Haupteigner kommen nur die privaten Eigentümer der Wohnungen hinein. Ihnen gehören 25 Prozent der verbleibenden Gebäudefläche, rund 50 Wohneinheiten. Aus ihrer Sicht sind die Sanierungsmaßnahmen dringend erforderlich. „Wir hatten diese Maßnahmen schon 2007 beschlossen. Doch konnte der damalige Mehrheits-Eigner seinen Kostenbeitrag nicht erbringen“, erinnert sich der frühere Wohnungs-Eigentümer Wolfgang Schäfer, der vor Kurzem verkaufte. Nach der Insolvenz des damaligen Hotels habe man gut eineinhalb Jahre auf einen neuen Käufer gewartet. Nun endlich sei man sich mit Herman und Stefan Densch einig. Die Umlage für die Sanierung, 2,5 Millionen Euro, wurde mehrheitlich beschlossen. Die erste Rate war am 15. Dezember 2016 für alle Eigentümer fällig geworden.

Die Vorbereitungen für die Baumaßnahmen wurden gleich in Angriff genommen, koordiniert von einem Ingenieur- und einem Architekturbüro aus Flensburg. Ab Ende Januar sollen die Leitungen ausgetauscht werden. „Erhebliche Arbeiten“ seien das, sagt Wohnungs-Eigentümer Olaf Plessow. Man gehe „Strang für Strang“ vor. Auch neu installierte Bäder müssten für die neuen Leitungen zugänglich gemacht werden.

Plessow gibt der Stadt Glücksburg eine Mitschuld an der Verzögerung des Sanierungsbeginns. Die Stadt habe im vergangenen Sommer für das Gebäude die Nutzung als Hotel vorgegeben. Dadurch sei der Investor ausgebremst worden, findet Plessow. Denn die Auslastung eines so großen Hotels von einst 160 Zimmern sei übers Jahr kaum zu erreichen. „Aber das ist für die Politik offensichtlich kein Thema“, kritisiert er.

Stefan Densch hatte betont, dass eine klassische Hotelanlage wegen der bestehenden Eigentumsverhältnisse schwer realisierbar wäre. Er plädiert daher für Suiten und Zimmer, die als Kapitalanlage verkauft werden und dann touristisch genutzt werden. Ein Büro im Rezeptionsbereich für die Betreuung von Gästen sei vorgesehen. „Das Haus wird seinen Hotelcharakter beibehalten, dies aber mehr in Form eines Aparthotels“, versichert Densch.

Bürgermeisterin Kristina Franke kennt die genauen Pläne des Investors nicht. „Es liegen keine Anträge hinsichtlich einer Nutzung des Gebäudes vor“, sagt sie. Eventuell müsse man vom Kreis juristisch prüfen lassen, ob die neue Nutzung gegen den im Juni 2016 aufgestellten Bebauungsplan Nr. 39 verstoße. Darin hatte die Stadt die Nutzung als Hotel festgelegt. Einige Eigentümer, die ihre Wohnungen im Intermar privat nutzen, hatten daraufhin mit Klagen gedroht. Die seien aber bisher nicht eingegangen, sagte Franke.

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