Sport in Flensburg : Integration läuft

Läuft! Ashkan Karimi (19) mit dem Staffelstab.
Läuft! Ashkan Karimi (19) mit dem Staffelstab.

Staffel des Rotary Club Flensburg und des Projekts „Clowns und Helden“ der Sportpiraten beim Lauf zwischen den Meeren

shz.de von
28. Mai 2018, 12:20 Uhr

„Gemeinsam statt nebeneinander her“, so beschreibt Gerd Pontius vom Rotary Club Flensburg-Nordertor das Ziel der bunt gemischten Staffel, die am Sonnabend beim 95,5 Kilometer langen „Lauf zwischen den Meeren“ an den Start gegangen ist. Neben 20 Rotariern waren auch neun Läufer des Integrationsprojekts „Clowns und Helden“ der Flensburger Sportpiraten mit im Team: fünf geflüchtete junge Männer und vier Integrationshelfer.

Der Gedanke, Sport als Mittel der Integration zu nutzen, entstand bereits vor mehreren Jahren: Die Flensburger Rotary Clubs und zahlreiche Sportvereine und eben auch die Sportpiraten beteiligen sich an dem Projekt „Sport! spricht alle Sprachen“, dessen Ziel es ist, geflüchtete junge Menschen durch Vereinssport in die Gesellschaft einzugliedern. Mit-Initiator Pontius, der dieses Jahr zum siebten Mal den Staffellauf der Rotarier organisiert hat, freut sich, dass nun zum ersten Mal auch Sportler der „Clowns und Helden“ im Team sind; das eigene Integrationsprojekt der Sportpiraten, das geflüchteten Menschen jeden Alters über Sportangebote Zugang zum gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll.

„Unter den geflüchteten Menschen sind viele gute Sportler. Sie haben einen unglaublichen Ehrgeiz, und wir möchten die Talente gern fördern“, so Michael Brogmus von den Sportpiraten. Er und die acht anderen Läufer der „Clowns und Helden“ wurden auf die drei Teams mit jeweils zehn und einmal neun Läufern aufgeteilt. „Es ist uns wichtig, miteinander Sport zu machen“, so Pontius. Daher sollten die geflüchteten Menschen nicht „unter sich“ in einem Staffelteam antreten, sondern in einem gemischten Team zusammen mit den Rotariern.

Und unter ihnen befanden sich zwei sehr erfahrene Läufer: Katrein (79) und Henning (76) Schmidt. Das Ehepaar aus Flensburg läuft bereits seit über 30 Jahren bei Wettkämpfen mit. 13 Marathonläufe weltweit. Doch das sei nun vorbei. „Irgendwann reicht es einfach“, so Henning Schmidt. „Die Kinder machen sich langsam Sorgen, und außerdem will man ja auch kein Mitleid von den Zuschauern“, erklärt seine Ehefrau. Privat würden sie den Sport allerdings nicht aufgeben. „Das Laufen ist eine wichtige Sache“, sagt der pensionierte Arzt. Es würde nicht nur fit halten und für einen klaren Kopf sorgen, es sei vor allem wichtig für sie als Paar. „Ich hatte durch die Arbeit wenig Zeit, aber das Laufen haben wir immer gemeinsam gemacht.“

Gemeinsam erreichten die 29 Läufer der drei gemischten Staffelteams – vom 18-jährigen afghanischen Flüchtling bis zum 76-jährigen Rotarier – am Sonnabend das Ziel, den Strand von Damp. Mit knapp acht Stunden Laufzeit für die rund 95 Kilometer zwischen Nord- und Ostsee, sagt Pontius, „erreichten unsere Teams eine gute Platzierung im Mittelfeld der fast 900 Staffeln.“

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