Handwerkskammer Flensburg klagt : Integration absurd: Wann fliegt der nächste Flüchtling?

Ein Vorbild, bei dem eine Vermittlung klappte: Metallbauer Mustafa Ahmadi kam 2016.
Ein Vorbild, bei dem eine Vermittlung klappte: Metallbauer Mustafa Ahmadi kam 2016.

Weil die Behörden sich nicht einigen, müssen junge Asylbewerber die Berufsvorbereitung abbrechen.

Carlo Jolly. von
22. Januar 2018, 17:25 Uhr

Bei den Integrationsbemühungen der Handwerkskammer für einst sechs jugendliche Flüchtlinge mit Vormundschaft beim Jugendamt in Güstrow drohen auch die drei letzten Jugendlichen zum 18. Geburtstag aus dem erfolgreichen Berufsvorbereitungsprojekt zu fliegen. Drei jungen Flüchtlingen aus Gambia, Eritrea und Syrien ist dieses Schicksal bereits widerfahren (wir berichteten). Fakt ist: Der vierte der sechs Jugendlichen, ein Marokkaner, wird an diesem Mittwoch volljährig. „Bis Freitag hatte weder er noch die Jugendhilfe eine Info darüber, ob er abgezogen wird“, klagt Projektverantwortliche Kasia Hill auf Tageblatt-Nachfrage: „Er fragt mich jeden Tag, was mit ihm passieren wird.“ Die Zeit drängt nicht nur für ihn: Am 1. Februar hat mit einem jungen Eritreer bereits der fünfte seinen 18. Geburtstag. Kasia Hill: „Das Jugendamt könnte die Jugendhilfe unabhängig von der Entscheidung der Ausländerbehörde verlängern.“ Aber jede Behörde reiche den Schwarzen Peter weiter. Das Jugendamt verweist auf die Ausländerbehörde in Schleswig, wo man auf das Landesamt verweist.

Dabei warten Unternehmen darauf, die Flüchtlinge einzusetzen: „Ein Betrieb wartet auf die Rückmeldung, wir haben per Mail sowohl bei der Ausländerbehörde als auch beim Jugendamt nachgefragt, ob sie einem Vertrag zustimmen“, sagt Hill: „Bis heute haben wir keine Antwort.“

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