Einkaufen in Flensburg : Innenstadt contra Einkaufszentren

Hier schlägt das Herz der Stadt: Eine attraktive Innenstadt braucht eine intakte Einzelhandelsstruktur – wie hier auf dem Holm.
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Hier schlägt das Herz der Stadt: Eine attraktive Innenstadt braucht eine intakte Einzelhandelsstruktur – wie hier auf dem Holm.

Die Stadt hat Hoffnung auf Erfolg durch die neue PACT-Maßnahme. Der Verein City-Flensburg wünscht sich ein professionelles Innenstadt-Marketing.

shz.de von
08. Juni 2014, 10:35 Uhr

Flensburg | Wir haben den Hafen, die Altstadt, das Museum, das Kapitänsviertel – alles Attraktionen für die Touristen, deren Zahl Jahr für Jahr zunimmt. Doch viele Besucher, vor allem die aus dem Umland, kommen in erster Linie zum Einkaufen in die Stadt. Davon wollen möglichst viele Geschäfte und Restaurants profitieren, in allen Stadtteilen. Die Stadt steuert den Handel seit 2011 mit ihrem Einzelhandelskonzept.

Flensburg hat eine der schönsten Fußgängerzonen Deutschlands, mit einer gewachsenen baulichen Struktur, vielen Baudenkmälern, den beiden Hauptkirchen am nördlichen und südlichen Ende. Doch die Bummelmeile und damit die gesamte Innenstadt steht und fällt mit dem Handel. Eine Innenstadt ohne intakte Einzelhandelsstruktur ist schwer vorstellbar und auf gar keinen Fall gewünscht. Das weiß auch das Rathaus und ist seit Jahren bemüht, den Einzelhandel der Innenstadt vor allzu viel Konkurrenz zu schützen – zuletzt mit dem klaren Nein zu der Idee, mehr Einzelhandel an der Schleswiger Straße zuzulassen.

Auf der anderen Seite gehören die beiden großen Zentren am Stadtrand auch zum Einzelhandel der Stadt und locken viele Einkaufstouristen nach Flensburg, vor allem aus Dänemark und den skandinavischen Ländern. Ob und in welcher Zahl diese auch nach dem Großeinkauf am Stadtrand in die Innenstadt fahren, weiß niemand so genau. Sicher hingegen ist, dass im Einzelhandel insgesamt in den zurückliegenden zehn Jahren aufgerüstet wurde. Zunächst kam die Flensburg-Galerie, dann erweiterte der Citti-Park seine Fläche, jetzt ist eine „Weiterentwicklung“ des Förde-Parks im Gespräch. Ebenfalls erneuert und zum Teil erweitert wurden und werden die Stadtteilzentren, die der Versorgung der Bevölkerung vor Ort dienen.

Ulf Hansen, Vorstand des Vereins City Flensburg, weiß um die Probleme einer heterogen strukturierten Einkaufsmeile. Während die Geschäfte in den Einkaufszentren feste Beiträge für ein gemeinsames Marketing abführen müssen, läuft in der Innenstadt das meiste auf freiwilliger Basis. „Die meisten Filialisten machen nicht mit“, sagt er. Deren Anteil schätzt er auch 60 bis 70 Prozent. Deshalb sei es so schwer, gemeinsam etwas auf den Weg zu bekommen. Und deshalb hofft er, dass die begonnene zweite PACT-Maßnahme, für die das erforderliche Quorum zu Stande gekommen ist, Erfolge zeigt. Erforderlich wäre jedoch aus seiner Sicht ein professionelles Innenstadtmarketing mit einer Art City-Manager. Die in PACT 2 eingesammelten Gelder reichen dafür jedoch nicht aus und dürfen auch explizit nicht für Personal ausgegeben werden. Hansen wünscht sich eine engere Verbindung zur Tourismus-Organisation (FFT, in Zukunft TAFF) und sieht letzten Endes auch die Stadt in der Pflicht.

Von einem professionellen City-Marketing verspricht Hansen sich regelmäßige Aktionen in der Innenstadt, vom Konzert bis zur Kindermeile. Das Thema Parken sei schwierig, nicht zuletzt wegen unterschiedlicher Abrechnungssysteme. Geplant seien Gespräche mit dem künftigen Betreiber des Karstadt-Parkhauses, der auch die Tiefgarage der Flensburg-Galerie betreibe.

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