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Holländerhof Flensburg : „Inklusion muss Realität werden“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Grundsteinlegung für neuartiges Wohnheim des Holländerhofes: 34 Plätze und weitere Räume für 7,5 Millionen Euro

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2017 | 10:34 Uhr

Geplant wurde rund vier Jahre, gebaut wird erst seit kurzem: Im Hufeisen aus Osttangente, Adelbylund und Richard-Wagner-Straße entsteht ein modernes Wohnheim für behinderte Menschen. Bauherr ist der Holländerhof. 34 Wohnplätze werden hier in einem nahezu komplett eingeschossigen Gebäude mit 2700 Quadratmeter Fläche errichtet. Gestern war feierliche Grundsteinlegung.

Zu den zeitaufwendigen Vorarbeiten gehörte auch die Grundstückssuche. Am Ende wurde man dann ganz in der Nähe fündig: Von den Werkstätten des Holländerhofes am Ende der Adelbyer Straße sind es nur ein paar Minuten zu Fuß zum neuen Wohnheim. Das Grundstück, das zuletzt eine Brach- und Grünfläche mit ein paar Kleingärten war, gehörte der Kirchengemeinde Adelby. „Wir haben es erworben, es ist unser Beitrag zum Projekt“, sagte Georg Kallsen, Geschäftsführer der Norddeutschen Gesellschaft für Diakonie (NGD), Dachverband des Holländerhofes.

7,5 Millionen Euro betragen die reinen Baukosten – kein Alltagsprojekt für den Holländerhof und auch nicht für die NGD. „Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Kommune so etwas macht“, lobte Kallsen. „Damit heben Sie sich deutlich ab.“ Die Stadt baut zwar nicht selbst. Doch der Holländerhof als Bauherr refinanziert die Kosten über die Tagessätze für die Unterbringung der Bewohner. Und die werden wiederum in den allermeisten Fällen von der Stadt im Rahmen der Eingliederungshilfe beglichen. Diese Kosten lässt sich die Stadt jedoch vom Land im Rahmen des Finanzausgleichs erstatten.

„Mit der neuen Wohnstätte wird ein ganz neues Konzept von Inklusion umgesetzt“, schreibt der Holländerhof. „Menschen mit unterschiedlichsten Assistenzbedarfen werden hier ein Zuhause finden und Assistenz entsprechend ihrer Fähigkeiten, Bedürfnisse und Wünsche erhalten.“ Im Vorfeld habe es intensive Gespräche zwischen Stadt und Holländerhof gegeben, sagte Thomas Russ, Sozialchef im Rathaus. Dabei wurden Bedarf, Konzept und Kosten thematisiert. In diesem Rahmen habe die Stadt dann ihre Bereitschaft signalisiert, das Projekt über die – entsprechend höheren – Unterbringungskosten mit zu finanzieren, so Russ.

Das war vor Simone Langes Zeit an der Rathausspitze. Trotzdem stellte sie sich voll hinter das Projekt: „Inklusion darf kein Schlagwort bleiben“, sagte sie. „Inklusion muss Realität werden. Wir zeigen, wie es gehen kann.“ Es lohne sich, an zeitaufwendigen Beteiligungsverfahren festzuhalten. Dabei wurden nicht zuletzt die künftigen Bewohner nach ihrer Meinung befragt.

Als Wohnstätte aufgegeben wird dagegen das Haus an der Ballastbrücke (früher Rönnenkampsches Haus, ein ehemaligen Seemannsheim). Über die weitere Verwendung sei noch nicht entscheiden, so Hans-Nico Nissen (NGD). Da es zu einem Stiftungsvermögen gehöre, könne es nicht verkauft werden.

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