Kinder unserer Region : Initiativen für die Kleinsten

Geldsegen: Vertreter der geförderten Einrichtungen, flankiert von den Queisser-Geschäftsführern Jan Kuskowski (l.) und Gert Bendixen.
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Geldsegen: Vertreter der geförderten Einrichtungen, flankiert von den Queisser-Geschäftsführern Jan Kuskowski (l.) und Gert Bendixen.

Queisser-Engagement fördert Einrichtungen für Kinder auch in diesem Jahr mit 15.000 Euro

shz.de von
04. Juli 2015, 17:48 Uhr

Die Idee kam aus dem Schloss. In Kooperation mit der Schleswiger Bugenhagenschule hat die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen vor einem Jahr das Projekt „Weltraum“ aus dem Hut gezaubert. Alle 170 Kinder der offenen Ganztagsschule können hier forschen, staunen und neugierig werden. „Sie experimentieren bei uns mit Ton, Farbe, Papier, Stiften oder anderen Materialien in Bereichen wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Kunst“, sagt Lehrerin Christiane Zeitz-Balduhn. Sie hat Grund zur Freude, denn die Einrichtung ist neben sieben weiteren von der Flensburger Firma Queisser Pharma mit insgesamt 15000 Euro gefördert worden.

„Es ist uns ein Anliegen und Tradition, nicht nur als international agierendes Unternehmen wahrgenommen zu werden, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagte Geschäftsführer Gert Bendixen gestern bei Übergabe der Schecks. Damit meinte er zum einen das Engagement „Kinder unserer Region“, mit dem jedes Jahr Projekte für Kinder bis zu zehn Jahren gefördert werden. Darüber hinaus spielte er auf die Vergabe des Seniorenpreises, der bereits 28 Mal ausgelobt wurde, und den achtmal überreichten Juniorenpreis an.

Bendixen betonte, dass Deutschland die niedrigste Geburtenrate weltweit aufweise. „Familien mit Kindern – was ist uns das wert?“ Diese Frage sei nicht zuletzt durch den aktuellen Kita-Streik neu aufgeworfen worden. „Wir müssen“, resümierte der Queisser-Chef, „in der Region etwas dafür tun, dass es den Kindern besser geht.“ Der Bedarf lässt sich aus der relativ hohen Zahl an Einsendungen ablesen: Etwa 30 Initiativen hatten zum Teil kreative, mit Bildern untermalte Bewerbungen eingereicht.

So auch das Jugendhaus „Zur Exxe“ in Flensburg, dass nun endlich das ersehnte Klettergerüst errichten kann, das auch den knapp 30 Flüchtlingskindern aus dem benachbarten Hostel zur Verfügung stehen soll. Bendixens Geschäftsführerkollege Jan K. Kuskowski kommentierte die Wahl mit den Worten: „Diese Thematik ist ein Drama, mit dem wir hier zunehmend konfrontiert werden“, und verwies darauf, dass nicht nur die Flüchtlingszahlen stiegen, sondern auch die Zahl fremdenfeindlicher Übergriffe.

Von dem Geldsegen profitiert zudem die Schule am Markt (Süderbrarup) mit ihrem Projekt „Eine Bewegungswelt für alle“, in dem sich die Schüler motorisch ausprobieren können; ebenso die Interdisziplinäre Frühförderung Flensburg-Nord, die sich Bücherkisten für ihre therapeutische Arbeit gewünscht hatte. Das Familienzentrum Fruerlund (Adelby 1) freut sich über Zuwendungen an ausländische Mütter zum Erlernen der deutschen Sprache, die Grundschule Oeversee über die Einrichtung einer Leseecke (ein Wunsch des Schülerrats), der Kinderschutzbund Schleswig über die Unterstützung einer Freizeit auf dem Bauernhof und Mittel zur Durchführung eines Antiaggressionstrainings für Kinder. Nicht zuletzt kann das Familienhaus an der Bergmühle (Flensburg) ihre Gruppenräume jetzt mit Kuschelinseln ausstatten. In ihrer Bewerbung hatte es geheißen: Krippenkinder brauchen Wärme, Nähe und Geborgenheit. „Dieser Satz“, so Gert Bendixen, „hat mich sehr berührt.“

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