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Zoff bei der Feuerwehr : In Wees ist Feuer unterm Dach

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei einer Übung gingen einige Feuerwehr-Leute einfach, der Wehrführer hat keinen Rückhalt, die Kameradschaft geht flöten, es gab Rücktritte und Austritte. Bei der Feuerwehr Oxbüll-Wees-Ulstrup ist die Stimmung mies.

So etwas habe es in den mehr als 125 Jahren des Bestehens der Wehr noch nicht gegeben. Das erklärte Bürgermeister Michael Eichhorn zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Oxbüll-Wees-Ulstrup im Gasthaus „Bei Edo“. Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten hätten dazu geführt, dass viele Mitglieder des Vorstandes ihre Ämter niederlegten.

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Mitte Dezember sei dem gut ein Jahr zuvor gewählten Wehrführer Gerd Erichsen die Gefolgschaft versagt worden. Erichsen und sein Stellvertreter Otto Bewernick hatten daraufhin ihren Rücktritt erklärt. Zu Beginn der Versammlung rief der Bürgermeister nicht nur zu Kompromissbereitschaft auf. „Es ist zwingend erforderlich, sich auch führen lassen zu wollen“, forderte er.

Aus den anschließenden Wahlen ging Jan Johannsen als neuer Wehrführer und Patrick Gniosdorz als sein Stellvertreter hervor. Ebenso wie bei den anderen acht Vorstandsposten, gab es auch für die Wehrführung jeweils nur einen Vorschlag – und eine erhebliche Anzahl von Gegenstimmen und Enthaltungen. Wir sind eine Wehr“, betonte Johannsen nach seiner Wahl und kündigte an, dass er die Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren suche.

In einer kurzen persönlichen Erklärung sprach Erichsen dann die Vorkommnisse der Vergangenheit an. „Ich habe mächtig Prügel bekommen“, sagte er. Erichsen erwähnte eine Übung an der Schule Munkbrarup Ende Oktober, an der auch einige Nachbarwehren beteiligt waren. Dabei habe sich herausgestellt, dass Teile der eigenen Wehr, darunter einige Führungskräfte, die Übung mittendrin ohne Abmeldung verlassen hätten. Nach dem negativen Ausgang der Vertrauensfrage habe er letztlich keine vernünftige Perspektive für eine weitere Zusammenarbeit mehr gesehen.

Zu Beginn der trotz aller Brisanz in sachlicher Atmosphäre verlaufenden Sitzung hatte Erichsen neben vielen Gästen auch eine große Zahl von Gemeindevertretern begrüßt und ihre Anwesenheit als Ausdruck für die Bedeutung der Feuerwehr gewürdigt. Dann zeichnete er Gerd Voß mit der 30-Jahre-Spange sowie Bent Petersen und Sven Ridder mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst aus. Henning Lorenzen, Björn Meier, Jens Möller, Birger Trappe und Alexander Wegener wurden als neue vollwertige Mitglieder sowie Sabine Delfs als neue Anwärterin aufgenommen.

Gemeindewehrführer Peter Schreiber wünschte der neuen Wehrführung viel Erfolg auf ihrem nicht so ganz einfachen Weg. Der Glücksburger Gemeindewehrführer Frank Makolla sprach sich für eine weitere gute Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren aus. Diese, so Ortswehrführer Bastian Meier aus Glücksburg, sei zumindest in größeren Schadensfällen unumgänglich. „Dann sind wir auf Unterstützung von außen angewiesen.“

Dass durch die Weeser Feuerwehr ein tiefer Riss geht, zeigte sich nicht nur am Abstimmungsverhalten und der Tatsache, dass bereits vor der Versammlung fünf Aktive ausgetreten waren. Die Stimmung wurde auch zum Abschluss noch einmal deutlich, als Bent Petersen das Wort ergriff. nach einer Reihe kritischer Anmerkungen merkte er an, dass keine Kameradeschaft mehr vorhanden sei. Aus diesem Grund erklärte er mit sofortiger Wirkung seinen Austritt aus der Wehr. Diesem Schritt folgten auch der bisherige Wehrführer und sein Stellvertreter. Offiziell aber bleiben beide bis zur Bestätigung und Ernennung ihrer Nachfolger durch die Gemeindevertretung im Amt.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 12:09 Uhr

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