Enzo-Festival : In Wagersrott wird wieder gerockt

Panozzo
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Vorbereitungen für das Enzo-Festival laufen auf Hochtouren / Am 20. Juli wird ab 14 Uhr die Waldwiese geöffnet

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29. Juni 2013, 07:06 Uhr

Wagersrott | Was einmal ganz klein als Privatparty anfing, lockt inzwischen alljährlich Scharen von Musikfreunden ins kleine Dorf Wagersrott mitten in Angeln. Denn das Enzo-Festival stellt neben bekannteren Acts immer wieder neue Bands aus dem norddeutschen Raum, aber auch aus Dänemark und in diesem Jahr erstmalig auch aus Amerika vor. In diesem Jahr werden am 20. Juli um 14 Uhr die Bauzäune auf der Waldwiese geöffnet.

"Es gibt so viele wunderbare Bands weitab des Mainstreams, die gehört werden müssen" , sagt der 25-jährige Student Enzo Giovanni Panozzo, der das Open Air ins Leben gerufen hat und organisiert. Dass im Grunde für jeden Musikgeschmack etwas dabei ist, merke man auch, wenn man sich die Struktur des Publikums ansehe. Neben Familien, die ihren musik- und vor allem tanzbegeisterten Nachwuchs erstmals auf ein Festival mitbringen - dann natürlich ausgerüstet mit bunten Kopfhörern - sind es neben den jungen Festivalgängern auch viele ältere Musikliebhaber, denen vor allem authentische, handgemachte Musik gefällt.

Auf zwei Bühnen im Wechsel stellen die Musiker ihr Repertoire vor. Auch hier ist laut Panozzo zu erkennen, dass im Laufe der Jahre eine stetige Verbesserung der Bühnenausstattung erfolgt ist. "Auf meinem 16. Geburtstag im Jahr 2003, der Geburtsstunde des ersten inoffiziellen Enzo-Festivals, hatten wir mit unserer Band ,Porch Paradise’ einfache Verstärker, nur Tageslicht und ein beschmiertes Laken mit schwarzer Huffarbe als Deko, mehr nicht", erinnert sich der Veranstalter.

Heute freuten sich professionelle Techniker, Licht- und Tonspezialisten, wenn sie mitwirken dürfen an dem Gesamtkunstwerk "Enzo-Festival". Manchmal werde auch der Jahresurlaub der Helfer ein wenig nach vorn verlegt, damit sie helfen können. Es scheint eine Ehrensache zu sein, hier mithelfen zu dürfen. "Ohne die Unterstützung meiner Freundin und meiner Freunde hätte ich das echt nicht wuppen können", freut sich Panozzo bis heute, denn nach wie vor erwirtschaftet er keinen Gewinn. "Jedes Jahr ist es ein Glücksspiel, ob die Unkosten überhaupt gedeckt werden können", betont er. Daher sei die Freude auch besonders groß, wenn sich Sponsoren finden, die ihre finanzielle Hilfe anbieten.

Angefangen mit in der Region ansässigen Firmen bis hin zur Kulturstiftung des Kreises (Kooperationspartner), der Nospa-Kulturstiftung und der Allianz-Kulturstiftung gibt es Menschen, die eben diese Art von Kultur für förderungswürdig halten. "Das ist echt klasse, ohne meine Sponsoren gäbe es das Festival längst nicht mehr", so Panozzo. Auch die Angelner Museumsbahn ist in diesem Jahr wieder mit von der Partie. Bereits im vergangenen Jahr wurden müde Festivalgänger morgens auf ziemlich ungewöhnliche Art und Weise gen Süderbrarup kutschiert: unter dem Dampf einer alten Lokomotive. Auch eine Hintour für Bahnreisende aus Richtung Kiel und Flensburg wird vom Bahnhof Süderbrarup mit Shuttle-Bus angeboten.

Panozzo, der mittlerweile sein Hobby, die Musik, zum Beruf, fast zur Berufung gemacht hat und nach seiner Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann nun Kulturmanagement studiert, hofft, sich mit seinem Enzo-Festival weiter einen Platz in der norddeutschen Festival-Szene sichern zu können.

Nach wie vor gibt es moderate Eintrittspreise von zwölf Euro im Vorverkauf und 16 Euro an der Abendkasse, denn, so der Veranstalter, "in Zeiten von Hurricane, Wacken und Co. ist es wichtig, dass es auch noch bezahlbare Festivals gibt". www.enzo-festival.de

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