In Liebe gewidmet - die Margarethenburg

Prachtvilla: Renate Carstens mit einem historischen Foto ihres Elternhauses, der Margarethenburg. Foto: Gloyer
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Prachtvilla: Renate Carstens mit einem historischen Foto ihres Elternhauses, der Margarethenburg. Foto: Gloyer

Vor 140 Jahren wurde die Prachtvilla am Hang der Straße Munketoft errichtet - und 1984 abgerissen

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31. Juli 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Der prächtige Margarethenhof, als Adelspalais um 1720 von Detlef Reventlow zu Stubbe an Flensburgs östlichem Steilhang nahe der Johannisstraße neu errichtet und 1882 zur repräsentativen Fabrikantenvilla umgebaut, ist heute liebevoll saniert und mit seinen drei Giebeln und dem Namenszug "Margarethenhof" ein einzigartiges städtebauliches Schmuckstück.

Nach der Zeit als "Zuckerhof" während des Westindienhandels hatte um 1844 der Kaufmann Nicolaus Jepsen das Anwesen gekauft und auf dem angrenzenden ehemaligen Gartengelände eine Eisengießerei errichtet. Zu Ehren seiner Schwiegermutter Margarethe Funke soll er das Gebäude "Margarethenhof" genannt haben.

Nicht verwechselt werden darf dieses bauliche Kleinod mit einem zweiten Flensburger Gebäude, das ebenfalls den Namen "Margarethe" ehrt: der stattlichen einstigen "Margarethenburg", Munketoft 68, die aber schon lange aus dem Stadtbild verschwunden ist.

"1873 ist die Villa Margarethenburg von dem Weinhändler Jens Stadsholt gebaut worden", erzählt die Flensburgerin Renate Carstens, geborene Bruhn, die selbst 1940 in dem repräsentativen Gebäude mit seinem fast 4500 Quadratmeter großen Grundstück zur Welt kam.

Die prächtige Villa mit ihren Türmchen hatte der wohlhabende Flensburger Kaufmann und Bauherr Stadsholt seiner Frau Margarethe Friederike Christine in Liebe gewidmet. Im Tausch gegen ein stattliches Turmhaus an der Teichstraße/Ecke Munketoft hat Carstens Großvater, der Bauunternehmer Johann Bruhn, das Haus erworben und es für seine große Familie mit den acht Kindern um einen Anbau erweitert.

Schon Carstens Vater wuchs in der schönen Villa mit ihren hohen Räumen, der Veranda und dem großen Garten auf. Steinfiguren von der Margarethenburg stehen heute auf dem Gelände des Museumsbergs.

"Die Margarethenburg lag damals weit weg von der Stadtmitte", erinnert sich Renate Carstens an die langen Wege mit ihrer Mutter zum Einkaufen am Südermarkt. Bis 1964 lebte die Flensburgerin in ihrem Geburtshaus, das sie später, um den Lebensunterhalt der Eltern zu sichern, auf Leibrente erwarb und 1978 verkaufte. "Bevor der neue Besitzer einziehen konnte, wurde das Gebäude durch viermalige Brandstiftung zerstört", berichtet Carstens.

Mit dem Abriss 1984 endeten die Tage der stolzen Margarethenburg. Heute stehen auf dem Gelände am Munketoft Häuser mit Studentenwohnungen.

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