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Patt zweier Direktkandidaten : In Harrislee entscheidet das Los über einen Sitz

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Patt zweier Direktkandidaten: Im Wahlbezirk 5 in Harrislee haben die Kandidaten von CDU und SPD jeweils 108 Stimmen erhalten.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 08:02 Uhr

Harrislee | Endgültig wird die Gemeindewahl in Harrislee erst am Mittwoch nach 16 Uhr entschieden. Dann nämlich treten die Sozialdemokratin Dirten Kolar und der Christdemokrat Frank Brodersen erneut gegeneinander an: Der Gemeindewahlausschuss wird das Mandat im Losverfahren vergeben. Im Wahlbezirk 5 haben die beiden Kandidaten tatsächlich jeweils 108 Stimmen errungen. Der 42-jährige Krankenpfleger, der auch auf Listenplatz 2 der CDU steht, bewertet sein Abschneiden als "guten Erfolg". Schließlich habe er zum ersten Mal kandidiert, um sich zu engagieren. Dirten Kolar, 54-jährige Rechtsanwaltsfachangestellte, fürchtet, dass ihr das Los-Glück nicht hold sein wird. Sie könnte sich aber immer noch vorstellen, sich als bürgerschaftliches Mitglied zu engagieren, und zwar für Senioren und bezahlbaren Wohnraum.
Nach Auskunft der Gemeinde bleibt die Sitzverteilung unverändert, wenn Brodersen das Los gewinnt. Sofern Kolar das Los zufällt, gelangt Jürgen Schirsching (SPD) nicht als Listenkandidat in die Gemeindevertretung.

"Das Wahlergebnis zeigt: Harrislee geht es gut"


Fest stehen indes die Sozialdemokraten als Sieger dieser Gemeindewahl - auch am fairen Glückwunsch des SSW-Vorsitzenden Björn Ulleseit zu erkennen. Der Büroleiter, der Ende des Monats 33 wird und schon als Bürgermeister kandidierte, spricht von einer "äußerst knappen" Wahl wie so oft in dieser Gemeinde. Ulleseit geht davon aus, dass er als einziger SSW-Kandidat für den Kreistag ein Direktmandat gewonnen habe. Er habe keinen Grund, enttäuscht zu sein, räumt aber ein, dass seine Fraktion ihr Ziel nicht erreicht habe. "Das Wahlergebnis zeigt: Harrislee geht es gut", sagt Ulleseit und dass es nun gelte, den Standard des Erreichten zu halten und weiterzuentwickeln. Als Herausforderung identifiziert er die riesige Nachfrage nach Neubaugebieten.
Auch Anke Spoorendonk, SSW-Ministerin und Harrisleerin, freut sich über ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann und "viele" (sieben) Direktmandate. Sie bedauert allerdings die niedrige Wahlbeteiligung, die "schlecht für alle" sei. Sie ist im Vergleich zur vorangegangenen Gemeindewahl gesunken und beträgt in Harrislee nur noch 44,5 Prozent (2008: 46,8 Prozent).

"Gutes Programm, gute Laune"


Cornelia Susanne Staemmler will den Tag nicht vor dem Wahlabend loben und wartet geduldig wie das gut besuchte Bürgerhaus auf die träge Auszählung des Jugendheims als letzten Wahlbezirk. Auf ein "gutes Programm, gute Leute" führt sie schließlich den Erfolg der Genossen zurück. Die SPD stehe für Soziales, hebt die Fraktionsvorsitzende hervor. Sie vermutet zudem, dass die Zukunftsgespräche mit den Bürgern zu Beginn des Jahres gefruchtet hätten und ganz dem Motto der Wahl "Gemeinsam Zukunft gestalten" folgten. Staemmler nennt Bildung, insbesondere die Ausstattung der Zentralschule als künftige Aufgaben.
Explizit nicht zufrieden ist Jutta Weyher, die Spitzenkandidatin der Christdemokraten und Fraktionsvorsitzende. Die CDU habe das Ziel verfehlt, zweistärkste Fraktion zu werden, sagt die Kauffrau. Dabei hätte sie im Wahlkampf ein gutes Gefühl gehabt und seien die Mitstreiter überall präsent gewesen. Gezielt wolle sie künftig mit Veranstaltungen vor allem auch an jugendliche Wähler herantreten.
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