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Preisinformation : In Flensburg steigen die Mieten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadt Flensburg stellt erstmals eine Mietpreisübersicht vor: Altstadt, Sandberg und Tarup haben die höchsten Quadratmeterpreise, aber im landesweiten Vergleich stellen sich die Zuwächse eher moderat dar.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2014 | 07:47 Uhr

Flensburg | Unter den Oberzentren in Schleswig-Holstein hat Flensburg die niedrigsten Mieten. Das ist die für Mieter gute Nachricht, welche die erstmals erstellte und jetzt präsentierte Mietpreisinformation der Stadt enthält. Die schlechte Nachricht: Mit zum Teil über zwölf Prozent gibt es hier auch die größten Steigerungsraten im Land. Der Leiter der Stadtplanung, Peter Schroeders, zieht daraus eine zentrale Konsequenz: „Bauen, bauen, bauen ist das beste Mittel gegen Mietpreiserhöhungen.“ Flensburg solle „gar nicht lange fackeln“, sondern am besten sofort loslegen.

Zu einem „qualifizierten Mietenspiegel“, der in vielen großen Städten regelmäßig erstellt wird und als bewährtes Instrument für mehr Transparenz im Wohnungsdickicht gilt, konnte sich die Stadt nicht durchringen. Stattdessen legte Wolfgang Börstinghaus (Stadtentwicklung) am Dienstagabend im Umwelt- und Planungsausschuss die Mietpreisinformation 2013 vor. Demnach beträgt die durchschnittliche Nettokaltmiete in Flensburg 5,66 Euro pro Quadratmeter. Am höchsten (6 bis 7 Euro) sind die Mieten in den Stadtteilen Altstadt, Sandberg und Tarup; in allen anderen liegen sie zwischen 5 und 6 Euro. In der Altstadt gilt die gefragte Lage im Zentrum als Grund, im Bereich Sandberg die Nähe zum Campus und die relativ große Zahl an kleinen Wohnungen, die tendenziell höhere Quadratmetermieten aufweisen als größere.

Bei den Steigerungsraten sieht es anders aus: In fast allen Stadtteilen sind die Mieten zwischen 2007 / 2008 bis 2011 / 1. Halbjahr 2012 stark gestiegen, in vielen Quartieren (Altstadt, westliche Höhe, Friesischer Berg, Sandberg, Fruerlund) sogar um mehr als zwölf Prozent. Geringe Mieterhöhungen gab es demnach eher am Stadtrand, nämlich in den großflächigen Stadtteilen Mürwik, Engelsby und Weiche. Durchschnittlich stiegen die Mieten im genannten Zeitraum um elf Prozent.

Das Alter der Wohnungen spielt bei der Höhe der Mieten offenbar keine große Rolle. So lag die Miete 2011/2012 in Wohnungen bis Baujahr 1949 mit 5,93 Euro höher als der Durchschnitt. Am teuersten ist der Quadratmeter in Wohnungen unter 40 Quadratmeter (6,90 Euro) und in Wohnungen in Neubauten bis maximal zwei Jahre (7,41 Euro). Am günstigsten sind Wohnungen aus den Baujahren 1950 bis 1978.

Während früher nur die untere Grenze des Mietspektrums in Bewegung war, sei in den jüngsten Jahren nun auch die Obergrenze nicht mehr so fest wie früher, sagte Börstinghaus. „Wir brauchen dringend Investitionen in den Bestand“, mahnte Planungschef Schroeders. Doch es müsse klar sein: Wo investiert wird, steigen die Mieten. „Jede Investition ist ein Mietpreistreiber. Die gibt es nicht zum Nulltarif.“

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