Kampf gegen den Wind : In 48 Stunden per Rad an die Alpen

Gute Wünsche für die Tour: Achim Heukemes mit Inge Krämer im Holm-Hof.
Gute Wünsche für die Tour: Achim Heukemes mit Inge Krämer im Holm-Hof.

Extremsportler startet in Flensburg zum Race against Germany

shz.de von
06. Juni 2014, 21:00 Uhr

„Coast 2 Coast“ hat Achim Heukemes auf seinen rechten Unterarm tätowiert. Er hat sich gerade ein alkoholfreies Weizenbier bestellt. Von Küste zu Küste – das war 2011, und es ging von der amerikanischen Ost- zur Westküste. Da ist er 6000 Kilometer mit dem Rad gefahren und danach 5000 Kilometer zu Fuß zurück. Von daher ist die Fahrradtour, die er gestern an der Uni in Flensburg gestartet hat, ein kleiner Wochenendausflug.

Aber der hatte es gleich zu Beginn in sich. Denn Achim Heukemes, 62, hatte starken Gegenwind bei seinem Race across Germany, das in diesem Jahr die offizielle Qualifikation für das Race across America im nächsten Jahr ist. Die Strecke nach Garmisch-Partenkirchen muss er in 53 Stunden bewältigen. In 51,5 Stunden hat er es schon mal geschafft, sein persönliches Ziel ist 48 Stunden. Dafür muss er auf seinem Rennrad 25 km/h im Schnitt fahren – allein, also immer im Wind, Tag und Nacht, bis Sonntag morgen.

Heukemes, der in Rottendorf bei Würzburg lebt, ist seit 15 Jahren Profi. Sein Hauptsponsor ist ein Hersteller von Nahrungsergänzungsmittel für Sportler und Extremsportler: „Alle unsere Produkte stehen auf allen grünen Dopinglisten, sind also allesamt erlaubt“, betont Heukemes.

Vor 20 Jahren hat er mit dem Extremsport begonnen. Es gehe ihm darum, die Grenzen auszuloten, an die man gehen kann. „Das spielt sich vor allem im Kopf ab“, sagt er. So sei es kein großes Problem, 48 Stunden am Stück zu fahren, ohne zu schlafen – wenn man sich entsprechend darauf vorbereitet. Natürlich ist er nicht allein unterwegs. Zwei Fahrzeuge begleiten ihn, in einem sitzt der offizielle Rennleiter Dieter Göpfert, der für Race across Germany aufpasst, dass alle Regeln eingehalten werden. In Flensburg wurde Heukemes von der stellvertretenden Stadtpräsidentin Inge Krämer empfangen und verabschiedet.

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