zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 22:51 Uhr

Segeltörn : In 140 Tagen rund um die Ostsee

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Einmal Nordspitze und zurück: Zwei Flensburger legten mit einem Acht-Meter-Boot knapp 3200 Seemeilen zurück

Nach 140 Tagen, Besuchen in neun Ländern und ungefähr 3200 Seemeilen (etwa 6000 Kilometern) ist Daniel Mühlhausen wieder da, wo er am 21. April mit seinem Freund Lasse Thies losgefahren ist: in Flensburg. Freunde und Familie bereiteten den beiden Freunden bei der Ankunft am Wochenende im Industriehafen einen freudigen Empfang. Ihr Törn führte die beiden Flensburger über Polen, das Baltikum, Skandinavien und Dänemark einmal rund um die Ostsee.

Schon nach dem Abi war für den 20-jährigen Mühlhausen klar, dass er nicht sofort studieren wollte. Da er von klein auf mit seiner Familie segelt und viel über lange Törns gelesen hatte, wollte er ein Sabbatjahr auf See verbringen. Um nicht allein zu fahren, fragte er seinen ehemaligen Klassenkameraden Lasse Thies. Der sagte zu. Das Abenteuer konnte beginnen.

Zunächst musste ein Segelboot her. Im Juli 2012 wurde eine fast 40 Jahre alte Nordborg 26 gekauft, die bis April 2013 seetüchtig gemacht werden musste. Die meisten Arbeiten machten die ehemaligen Duburgschüler selbst, wobei Lasse sich mit seiner Arbeit für die Überfahrt auf Daniels Segler „einkaufte“. Nur größere Arbeiten, wie das Verlegen des Decks, überließen sie Handwerkern. Einiges an Material bekamen sie von Sponsoren aus der Umgebung.

Am 10. April war es dann soweit – die „Legat“ wurde zu Wasser gelassen und am nächsten Tag der Mast gesetzt. Nachdem Vorräte eingekauft waren und die Schiffstaufe gefeiert war, kam am 21. April gegen Mittag der große Moment: Daniel und Lasse legten ab, vor ihnen lagen fünf Monate zu zweit auf hoher See.

In allen Ostseeländern stand umfangreiches Sightseeing auf dem Plan, unter anderem schauten sich die beiden Danzig, Riga und Stockholm an. Dabei lernten sie viele interessante Menschen kennen, hilfsbereite Hafenmeister zum Beispiel, die ihnen mal eben ohne Gegenleistung das Auto liehen. Und wenn wegen kleinerer Reparaturen, Schlechtwetter oder Besorgungen ein Hafentag anstand, an dem nichts zu besichtigen war, wurde an Bord gelesen, gekocht, am Blog geschrieben (www.studium-ostsee.de) oder Filme geschaut. Auf einem großen Teil der Strecke wurden sie von einem jungen Folkebootsegler begleitet, der eine ähnliche Route wie die beiden steuerte. Außerdem feierte Daniel am 22. Juni seinen 20. Geburtstag in Mariehamn, Finnland. Eingeladen waren zwei deutsche Crews, die sie auf der Fahrt kennen gelernt hatten.

Als schönsten Ort auf der Reise nennt Daniel die Ålands. Die autonome Region Finnlands besteht aus vielen kleinen Inseln, die dicht beieinander liegen. Zwei besondere Etappenziele waren auch eingeplant, und wurden beim Erreichen fröhlich gefeiert – die Überquerung des 60. Breitengrades und das Erreichen des nördlichsten Punktes der Ostsee. In Törehamn gab es beim Hafenmeister ein Zertifikat, dass die Flensburger am nördlichsten Punkt der Ostsee angekommen waren. Ein anderes Highlight war der Besuch auf Mjaltö, die Insel mit der höchsten Erhöhung auf einer Ostseeinsel.

Andere Gesichter kamen dann für die letzten zwei Wochen in Göteborg dazu – nach 125 Tagen ging Lasse von Bord, da sein Studium begann. Zur Unterstützung kamen am nächsten Tag Daniels großer Bruder Kim und ihr Freund Lars an Bord. Gemeinsam machen sie sich an Dänemarks Küste entlang auf den Heimweg.

„Es war eine schöne Erfahrung“, sagt Daniel und fügt hinzu, dass man die abwesende Familie sehr zu schätzen lernt. „Nach fünf Monaten auf See ist es schön, wieder zu Hause zu sein.“

 

zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen