Häuserkauf : Immobilienmarkt in Flensburg: Die Preise steigen stärker

OB Simone Lange erhält den Bericht von Johannes Matthiesen vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte.
OB Simone Lange erhält den Bericht von Johannes Matthiesen vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte.

Die Verkaufserlöse für Einfamilienhäuser klettern binnen vier Jahren um 25 bis 30 Prozent.

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04. Juni 2018, 19:54 Uhr

Flensburg | Es liegt in der Natur der Sache der stark wachsenden Stadt Flensburg, aber auch an den politischen Prioritäten, die sich angesichts des zunehmend Wohnungsdrucks Richtung Mietwohnungsbau verschoben haben: Flensburg gehen die Baugrundstücke für Einfamilienhäuser aus. Das belegt der Grundstücksmarktbericht 2017 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte: Wurden im Jahr 2016 noch 80 Baugrundstücke verkauft, waren es 2017 abzüglich verkaufter Abbruchobjekte noch zehn, berichtete Johannes Matthiesen vom Gutachterausschuss.

Auch sind die Preise für Bauland für Einfamilienhäuser in den vergangenen vier Jahren durchschnittlich um fünf Prozent gestiegen – von 98 Euro pro Quadratmeter 2014 auf 112 Euro 2017. „Abbruchobjekte werden deutlich teurer verkauft“, erklärte Matthiesen. Bei Preisen zwischen 200 und 300 Euro lasse sich der Verkäufer zuweilen das Gebäude mitbezahlen.

Einfamilienhäuser selbst verzeichnen sogar einen noch höheren Preisanstieg. Die Kosten für freistehende Häuser im Verkauf kletterten demnach seit 2014 von 193.000 auf zuletzt 278.000 Euro: „Das sind 25 bis 30 Prozent in den vergangenen vier Jahren“, rechnete Matthiesen vor. Lediglich in Kiel, dem Kreis Plön und dem Hamburger Speckgürtel kletterten die Preise noch schneller.

Käufer zahlen hohe Preise

Auch für Mehrfamilienhäuser berichtete Matthiesen von einem Plus von mindestens 2,5 Prozent jedes Jahr. Im vergangenen Jahr seien die Preise – bei einer statistisch nicht gesicherten Fallzahl – sogar um 20 Prozent gestiegen: „Es gibt genug Käufer, die Geldanlagen suchen, deshalb verwundert es nicht, dass so hohe Preise bezahlt werden“, erklärte der Vermessungsingenieur.

Für Oberbürgermeisterin Simone Lange unterstreicht das rasante Wachstum der Stadt den großen Mangel an Mehrfamilienhäusern: „Unser Bedarf an Mehrfamilienhausgebieten ist extrem hoch. Wir wachsen nicht in die Breite, wir werden in die Höhe wachsen.“

Die im Bericht genannte Durchschnittsmieten im jüngst verkauften Bestand – 6,50 Euro – hält sie für zu niedrig. Dennoch nennt auch der Mehrfamilienhausbestand eine Preissteigerung von zwölf Prozent binnen vier Jahren. Lange brachte erneut einen Mietspiegel nach Kieler Vorbild ins Spiel. „Wir müssen deutlich mehr Wohnungen schaffen.“ Allerdings brauche die Stadt auch 30 Hektar Gewerbeflächen: „Ohne eine gute Zusammenarbeit mit den Umlandkommunen wird es im Wohnungsbau nicht gehen.“

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